Nafta USA und Mexiko einigen sich auf neues Handelsabkommen

Über Monate wurde erbittert gestritten, nun haben die USA und Mexiko offenbar ein neues Abkommen vereinbart - auch wenn US-Präsident Trump es so nicht nennen mag.
Donald Trump

Donald Trump

Foto: MANDEL NGAN/ AFP

Die USA und Mexiko haben sich nach Angaben beider Länder auf ein neues Nafta-Abkommen geeinigt. US-Präsident Donald Trump sprach am Montag in Washington von einem "sehr guten" Abkommen mit Mexiko. Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto sagte, die abschließenden Verhandlungen mit Kanada über das trilaterale Abkommen könnten noch "in dieser Woche" abgeschlossen werden.

Mit dem Abkommen wird das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta neu gefasst. Das bisherige Abkommen regelt den Handel zwischen den USA, Mexiko und Kanada und war von Präsident Trump als "Katastrophe" bezeichnet worden. Nafta benachteilige vor allem die amerikanische Autoindustrie und koste Arbeitsplätze in den USA. Allerdings hatten die USA das Abkommen nicht gekündigt.

Dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer zufolge umfasst das neue Abkommen mit Mexiko unter anderem Regelungen für die Autoindustrie - etwa zur Herkunft von Bauteilen sowie zum Lohnniveau der Beschäftigten. Auch seien Vereinbarungen über zollfreien Warenhandel und zum Patentschutz für biologische Medikamente getroffen worden. Das Abkommen werde wahrscheinlich am Freitag dem Kongress vorgelegt und im November unterzeichnet, sagte Lighthizer.

Geht es nach Trump, soll der bisherige Name Nafta verschwinden. Dieser habe einen "schlechten Beigeschmack".

Es besteht Hoffnung auf eine Einigung mit Kanada

Als nächsten Schritt werde er den kanadischen Ministerpräsidenten anrufen, sagte Trump. Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland wird unterdessen zu Gesprächen in Washington erwartet. Es bestehe die Hoffnung, dass bis Freitag auch mit Kanada eine Übereinkunft getroffen werden könne, sagten US-Handelsvertreter.

Trump zufolge können die USA entweder ein gesondertes Abkommen mit Kanada schließen oder Kanada in die Vereinbarung mit Mexiko einbeziehen. Der mexikanische Präsident Enrique Pena Nieto forderte Trump auf, Kanada in das Abkommen zu integrieren. Er hoffe, dass Kanada an den Verhandlungstisch zurückkehre und eine Vereinbarung zwischen allen drei Ländern getroffen werden könne.

Das kanadische Außenministerium in Ottawa zeigte sich ermutigt durch die US-mexikanische Einigung, verwies aber auf eigene Interessen. Ein Sprecher sagte, Kanada stehe in regelmäßigem Kontakt mit seinen Verhandlungspartnern und arbeite auf eine neue Vereinbarung hin. Allerdings werde das Land eine Übereinkunft nur dann unterzeichnen, wenn sie auch gut für Kanada sei und die Interessen der Mittelschicht berücksichtige.

"Eine sehr einfache Verhandlung"

Trump drohte Kanada unterdessen mit neuen Strafzöllen auf Autos, sollte sich keine Übereinkunft ergeben. "Das ist eine gewaltige Geldsumme und eine sehr einfache Verhandlung. Sie könnte an einem Tag beendet sein und schon am nächsten Tag könnten wir viel Geld einnehmen", sagte er der Nachrichtenagentur "Reuters" zufolge.

Zuletzt hatten US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Mexiko und Kanada das Verhältnis zwischen den Handelspartnern stark belastet. Zuvor hatte Trump am Montag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mitgeteilt, dass es gut aussehe für einen "großen Deal" mit Mexiko.

Insbesondere die Autobauer profitieren von einem reibungslosen Handel zwischen den beiden Ländern. Sie produzieren in mexikanischen Fabriken Fahrzeuge für den US-Markt. Hinweise auf Fortschritte bei der Nafta-Reform hatten schon am Montagmorgen die Aktienkurse der deutschen Autobauer steigen lassen. Daher legten BMW-Aktien   1,8 Prozent zu, Volkswagen-Titel  1,4 Prozent und Daimler-Papiere 1,1 Prozent. Der europäische Branchenindex notierte gut ein Prozent im Plus.

ire/AFP/dpa-AFXP/Reuters
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