Stephen Moore Donald Trump nominiert Ex-Wahlkampfberater für Notenbank-Posten

Bei der US-Notenbank Fed ist ein Direktorenposten frei. US-Präsident Trump kritisiert die Führung der Institution immer wieder - und hat einen seiner früheren Wahlkampfberater für den Job vorgeschlagen.

Donald Trump vor Journalisten
AP

Donald Trump vor Journalisten


US-Präsident Donald Trump hat seinen Ex-Wahlkampfberater Stephen Moore für einen vakanten Direktorenposten bei der Notenbank Federal Reserve (Fed) vorgeschlagen. Das sagte Trump vor Journalisten. Zuvor hatte bereits das "Wall Street Journal" (WSJ), für das Moore früher arbeitete, darüber berichtet.

Der Zeitung zufolge hat Trump dem Ökonomen und Senior Fellow der konservativen Denkfabrik Heritage Foundation diese Woche ein entsprechendes Angebot unterbreitet. Anlass des Gesprächs soll ein Meinungsartikel Moores gewesen sein, für den Trump seinen ehemaligen Berater ausdrücklich lobte. "Ich kenne Steve seit Langem - und habe keinen Zweifel, dass er eine herausragende Wahl sein wird", schrieb Trump auf Twitter.

Die sieben Mitglieder des Führungsgremiums der Fed werden vom US-Präsidenten nominiert, der US-Senat entscheidet über die Ernennung. Derzeit sind nur fünf der sieben Posten besetzt. Zusammen mit dem Vorstand der New Yorker Notenbank sowie vier weiteren Vorständen der insgesamt elf regionalen Notenbanken bilden sie den sogenannten Offenmarktausschuss. Dieses Gremium ist für die US-Geldpolitik zuständig und legt den Leitzins fest.

Stephen Moore (Foto von 2016)
Tom Williams/CQ Roll Call/AP

Stephen Moore (Foto von 2016)

Trump hat die US-Notenbank immer wieder massiv kritisiert, sie sei "verrückt", "bekloppt" und "außer Kontrolle". Der Präsident warf der Führung der Notenbank vor, mit einer aggressiven Zinspolitik den Aufschwung zu gefährden. Fed-Chef Jerome Powell, ursprünglich selbst von Trump vorgeschlagen, betonte hingegen die Unabhängigkeit der Fed und sagte bei der Zinsanhebung im September, bei geldpolitischen Entscheidungen spielten "politische Faktoren oder ähnliches" keine Rolle.

Trump: Fed-Entscheidung verhinderte mehr Wachstum

Zuletzt legte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox nach und warf der Fed vor, das Wirtschaftswachstum durch eine zu straffe Geldpolitik gehemmt zu haben.

Statt des erreichten Zuwachses des Bruttoinlandsprodukts von 3,1 Prozent im Jahr 2018 hätten es ansonsten "mehr als vier Prozent" werden können.

Die Fed hatte allerdings mit Blick auf die unsicheren Konjunkturaussichten für 2019 eine Pause bei den Zinsanhebungen signalisiert, nachdem sie den geldpolitischen Schlüsselsatz im vorigen Jahr vier Mal erhöht hatte. Er liegt derzeit in einer Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent.

kko/Reuters

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