Reaktion auf Trumps neue Zolldrohung China droht USA mit Vergeltung

Wie reagiert China auf die von Donald Trump angekündigten Strafzölle? Das Außenministerium in Peking gibt sich entschlossen: "Alle Konsequenzen werden von den USA getragen."

Container im Hafen von Qingdao
Yu fangping - Imaginechina / AP

Container im Hafen von Qingdao


Vielleicht ahnt man in Peking, dass US-Präsident Donald Trump mit seinen nun angekündigten Strafzöllen auf Handys, Kleidung und Schuhe vor allem seine eigenen Landsleute treffen dürfte. Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums jedenfalls reagierte auf die neuen Drohungen aus Washington selbstbewusst - und sagte: "Alle Konsequenzen werden von den USA getragen."

China werde keine "Einschüchterung und Täuschung" hinnehmen, sagte Sprecherin Hua Chunying. "Wenn die Maßnahmen der USA zur Einführung von Zöllen umgesetzt werden, muss China notwendige Gegenmaßnahmen ergreifen, um die Kerninteressen des Landes und die Grundinteressen der Menschen entschlossen zu verteidigen."

Trump hatte am Vortag neue Strafzölle von zehn Prozent auf chinesische Güter im Wert von 300 Milliarden Dollar angekündigt. Mit den neuen Zöllen könnte unter anderem der Preis für ein iPhone um 100 Dollar steigen.

Trump sagte, die neu verhängten Strafzölle könnten weiter angehoben oder wieder gestrichen werden, alles hänge vom Verlauf der weiteren Verhandlungen ab. Die jüngsten Gespräche zwischen den USA und China um ein Handelsabkommen waren am Mittwoch in Shanghai offenbar ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

Handelsstreit belastet die Börsenkurse

Außenministeriumssprecherin Hua Chunying warnte davor, dass sich die weiteren Zölle negativ auf die Entwicklung der Weltwirtschaft auswirken. Sie seien weder im Interesse chinesischer noch amerikanischer Bürger. Das Vorgehen der USA sei eine schwerwiegende Verletzung der Vereinbarung über eine Wiederaufnahme der Handelsgespräche, die beide Staaten am Rande des G20-Gipfels in Osaka getroffen hätten.

Trumps Ankündigung dämpfte auch die Stimmung an den Börsen. Die Angst vor einer weiteren Eskalation des Handelskonflikts drückte den Dax unter die Marke von 12.000 Punkten. Der deutsche Leitindex verlor zeitweise mehr als zwei Prozent. Auch der MDax, der mittelgroße Unternehmen umfasst, sowie der EuroStoxx50 verloren jeweils rund zwei Prozent.

An den Märkten stießen Anleger vor allem solche Werte ab, die sensibel auf konjunkturelle Veränderungen reagieren. So sanken beispielsweise Kurse von Unternehmen aus der Chipindustrie. Infineon etwa verlor fast sechs Prozent.

apr/dpa

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jens.kramer 02.08.2019
1. Warum wird beim Thema Zoll
Warum wird beim Thema Zoll eigentlich nur der Warenaustausch betrachtet und nicht auch die Geldflüsse durch Kapitalbeteiligungen ? US-Bürgern werden jahrlich hunderte Milliarden aus Dividenden überwiesen, die im Ausland erwirtschaftet wurden. Die im Dax notierten Firmen gehören zu großen Teilen US-Bürgern, d.h. das Ausland arbeitet für sie. Merkwürdig, dass dieser Geld Export/Import nirgends thematisiert wird. Auch Geld ist eine Ware.
bicyclerepairmen 02.08.2019
2. Oh Gott, ich bitte...
Zitat von jens.kramerWarum wird beim Thema Zoll eigentlich nur der Warenaustausch betrachtet und nicht auch die Geldflüsse durch Kapitalbeteiligungen ? US-Bürgern werden jahrlich hunderte Milliarden aus Dividenden überwiesen, die im Ausland erwirtschaftet wurden. Die im Dax notierten Firmen gehören zu großen Teilen US-Bürgern, d.h. das Ausland arbeitet für sie. Merkwürdig, dass dieser Geld Export/Import nirgends thematisiert wird. Auch Geld ist eine Ware.
..Sie, doch nicht das Kapital, das scheue Reh.... Sie sehen doch an der Häufigkeit und Vehemenz solcher Art von Vorschlägen wie Durchsetzungsfähig das international wäre....
mima84_84 02.08.2019
3.
Zitat von jens.kramerWarum wird beim Thema Zoll eigentlich nur der Warenaustausch betrachtet und nicht auch die Geldflüsse durch Kapitalbeteiligungen ? US-Bürgern werden jahrlich hunderte Milliarden aus Dividenden überwiesen, die im Ausland erwirtschaftet wurden. Die im Dax notierten Firmen gehören zu großen Teilen US-Bürgern, d.h. das Ausland arbeitet für sie. Merkwürdig, dass dieser Geld Export/Import nirgends thematisiert wird. Auch Geld ist eine Ware.
Weil das natürlich nicht in die Lügengeschichte von Trump von den unfairen Handelsbeziehungen passt. Dienstleistungen werden in der Märchenwelt, die Trump und seine Anhänger verbreiten gerne komplett weggelassen. Die eingeschlossen, sieht die Handelsbilanz nämlich ziemlich gut aus. Dann wird gerne die Story von den bösen Autozöllen der EU erzählt, die angeblich höher sind als die in den USA. Was von Trump und seinen Märchenerzählern aber gerne verschwiegen wir ist, dass bei den strategisch wichtigen Automobil Segmenten in den USA, den Pick Ups, die Einfuhrzölle der USA um einiges höher sind als umgekehrt in die EU. Und das Lustige ist sowieso: Die EU hat letztens beiderseitig 0 % Zölle bei den ach so unfairen Automobilsektor angeboten. Antwort: Lasst uns bitte über Landwirtschaft reden. Das alles verschweigen Trump und seine Fans gerne, weils nicht in die verbreitete Lügenwelt passt.
eggshen 02.08.2019
4. Man kann ja nur spekulieren,...
denn letztlich hieß es seitens der amerikanischen Handelsdelegation noch vor zwei Tagen, daß die Verhandlungen konstruktiv verlaufen würden. Trotzdem fragt man sich, wie unfassbar naiv die Amerikaner sind, wenn sie glauben, sie könnten die Chinesen mit dermaßen plumpen Maßnahmen in die Knie zwingen. Ein Gesichtsverlust ist in Fernost dermaßen unmöglich, daß man hier niemals öffentlichkeitswirksam einknicken wird. Diese Holzhammermethode funktioniert vielleicht mit mittelamerikanischen Ländern oder Mexiko, weil die eben viel mehr zu verlieren haben. Aber China wird nie klein beigeben.
123rumpel123 02.08.2019
5. xxxx
Zitat von jens.kramerWarum wird beim Thema Zoll eigentlich nur der Warenaustausch betrachtet und nicht auch die Geldflüsse durch Kapitalbeteiligungen ? US-Bürgern werden jahrlich hunderte Milliarden aus Dividenden überwiesen, die im Ausland erwirtschaftet wurden. Die im Dax notierten Firmen gehören zu großen Teilen US-Bürgern, d.h. das Ausland arbeitet für sie. Merkwürdig, dass dieser Geld Export/Import nirgends thematisiert wird. Auch Geld ist eine Ware.
Geld ist keine Ware , es ist ein Wert. Dividenden landen über das Übertragungskonto als Saldo in der Zahlungsbilanz , was wollen Sie denn da thematisieren? Versteuert ist das dann schon x-mal.
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