Handelsstreit Trump verhängt Zölle auf Stahl aus Argentinien und Brasilien

US-Präsident Trump nimmt einen weiteren Kontinent ins Visier seiner protektionistischen Wirtschaftspolitik. Er wirft Argentinien und Brasilien vor, ihre Währungen abzuwerten - und will die beiden Länder dafür bestrafen.

Donald Trump: Die Zölle gegen Argentinien und Brasilien sollen "unverzüglich" wieder eingeführt werden
Jonathan Ernst / REUTERS

Donald Trump: Die Zölle gegen Argentinien und Brasilien sollen "unverzüglich" wieder eingeführt werden


Im Handelsstreit hat sich US-Präsident Donald Trump neue Ziele auserkoren. Trump kündigte auf Twitter an, argentinischen und brasilianischen Stahl mit Strafzöllen zu belegen. Die Zölle würden "unverzüglich" wieder eingeführt, schrieb Trump. Er begründete den Schritt mit der "massiven" Abwertung der Landeswährungen der beiden südamerikanischen Länder. Dies sei "nicht gut für unsere Landwirte". Die USA konkurrieren mit den beiden Ländern bei bestimmten landwirtschaftlichen Produkten wie Soja oder Mais.

Trump erneuerte in dem Zusammenhang auch seine Kritik an der US-Notenbank Fed. Sie solle die Zinsen senken und ihre Geldpolitik lockern, "sodass Länder - von denen es viele gibt - nicht länger Vorteile aus dem starken Dollar ziehen können, indem sie ihre Währungen weiter abwerten". In der Vergangenheit hatte Trump auch der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgehalten, den Euro gezielt zu schwächen.

Argentinien und Brasilien eine gezielte Abwertung ihrer Währungen vorzuwerfen, ist zumindest fragwürdig. Argentinien befindet sich seit zwei Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Seit Anfang 2018 hat der Peso mehr als zwei Drittel seines Werts verloren. Im Oktober wurde ein neuer Präsident gewählt. Argentinien hatte im Sommer Maßnahmen gegen die Abwertung seiner Währung ergriffen.

Auch der brasilianische Real leidet seit Längerem unter den wirtschaftlichen Problemen des Landes. Die brasilianische Notenbank hatte erst vor wenigen Tagen direkt am Devisenmarkt interveniert.

kko/dpa



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