Ölkonzern Weißes Haus kopiert Passage aus Exxon-Pressemitteilung

Wer abschreibt, sollte sich besser nicht erwischen lassen. Nun steht ausgerechnet die Presseabteilung des Weißen Hauses unter peinlichem Plagiatsverdacht.

Donald Trump
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Das Weiße Haus hat offenbar in einer Pressemitteilung einen kompletten Absatz aus der Pressemitteilung von Exxon Mobil kopiert. Das berichtet der TV-Sender CNN. Der amerikanische Ölkonzern hatte in einer Mitteilung seine neuesten Expansionspläne in den USA bekannt gegeben. Der Konzern investiert demnach in den kommenden Jahren eine erhebliche Summe in den Ausbau seiner Chemiewerke und Raffinerien.

Bis 2022 sollten 20 Milliarden Dollar in die Werke an der Golfküste der USA gesteckt werden, kündigte Konzernchef Darren Woods am Montag an. Dadurch würden vorübergehend 35.000 Arbeitsplätze im Bausektor und 12.000 Dauerarbeitsplätze geschaffen.

US-Präsident Donald Trump begrüßte die Entscheidung. "Schon jetzt gewinnen wir wieder", schrieb er auf Twitter. Der US-Präsident meldet sich zudem mit einem Video auf Facebook zu Wort und lobte das Unternehmen ("Great Company!"). Das Video wurde binnen kurzer Zeit mehr als 1,7 Millionen Mal angesehen.

Auf Twitter hingegen sorgt die Begeisterung der US-Führung für Exxon bald für Spott. Denn bald wurde bekannt, dass Trumps Team im Weißen Haus für ein eigenes "White-House"-Pressestatement kurzerhand eine ganze Passage aus einer Pressemitteilung des Ölkonzerns kopiert hatte, Wort für Wort.

Dass der Plagiatsfall ausgerechnet bei einer Exxon-Mitteilung auftritt, ist doppelt peinlich. Trump hatte den ehemaligen Exxon-Chef Rex Tillerson zu seinem Außenminister ernannt.

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beb/ssu



insgesamt 54 Beiträge
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helmut_s 07.03.2017
1.
Och ja. Es geht um's "Gewinnen". Da ist jedes Mittel recht, um so effizienter,umso besser. Am allerbesten macht all die Arbeit jemand anderer, und man selbst streicht den Gewinn ein. Nur die Dummen machen selbst. Das nennt sich "Kapitalismus", und man muss dieser neuen Regierung in Washington lassen: sie lebt ihn ehrlich, authentisch, unverbrämt. Aber das hat sie ja auch versprochen. Toll!
zynik 07.03.2017
2. Anti-Establishment...
.... sich die Presseerklärungen direkt von Öl-Multis schreiben zu lassen.
Laemat 07.03.2017
3. Wie ein Unfall
Die Meldungen aus Amerika haben eine Spannweite von lächerlich bis verstörend aber wie bei einem schrecklichen Unfall muss man immer wieder hinsehen bzw. jeden Artikel lesen...
a-quadrat 07.03.2017
4. Donald Trump
ein mächtiges Werkzeug - in wessen Hand? Wie war das gleich nochmal mit dem Establishment....?
Partyzant 07.03.2017
5. Kapitalismus
in seiner vollen Blüte. Zügellos und von höchster Stelle aus... das macht mir keine Hoffnung...das macht mir Angst.
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