Zollvergünstigungen Trump will Indien und Türkei Vorteile beim Handel nehmen

Die US-Regierung stuft die Türkei und Indien als Entwicklungsländer ein, deshalb haben sie bei Handelsfragen einen Sonderstatus. Damit will Donald Trump nun Schluss machen.

Donald Trump
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Die Regierung in Washington hat Indien und der Türkei gedroht, ihnen den Status als Entwicklungsländer abzuerkennen - und damit ihre bisherige Sonderbehandlung in Handelsfragen zu beenden. Präsident Donald Trump wolle beiden Staaten nicht länger den mit ihrem bisherigen Sonderstatus verbundenen zollfreien Export von Waren in die USA genehmigen, teilte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer mit.

Indien habe den USA trotz intensiver Gespräche bislang keine Zusicherungen gemacht, dass es einen "fairen und vernünftigen Zugang zu seinen Märkten" erlauben werde, sagte Lighthizer. Die Türkei wiederum sei inzwischen ausreichend entwickelt, habe ihre Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung stetig gesteigert und brauche den 1975 verliehenen Sonderstatus nicht mehr, sagte Lighthizer.

In beiden Fällen gibt es nun eine Frist von mindestens 60 Tagen bis der Entzug der Vergünstigungen in Kraft treten kann.

Indien gehen damit Vergünstigungen für einen zollfreien Export von Produkten im Wert von 5,6 Milliarden Dollar in die Vereinigten Staaten verloren. Trump hatte angesichts eines hohen Handelsdefizits Indien wiederholt wegen hoher Importzölle kritisiert. Eine Streichung der Sonderbehandlung wäre die bislang härteste Strafmaßnahme gegen das Land seit Trumps Amtsantritt 2017.

Bei der Türkei hatten die USA im August eine Überprüfung der Förderberechtigung angekündigt, nachdem der Nato-Verbündete als Reaktion auf die amerikanischen Stahl- und Aluminiumzölle Vergeltungszölle auf US-Waren eingeführt hatte. Zuletzt liefen US-Importe aus der Türkei im Volumen von rund 1,7 Milliarden Dollar über das GSP-Programm. Dazu gehörten Autos, Fahrzeugteile, Schmuck und Edelmetalle. Das waren rund 18 Prozent der gesamten US-Importe aus der Türkei.

Trump sieht die USA im Handel mit zahlreichen Ländern benachteiligt und hat deswegen unter anderem einen Handelsstreit mit China angezettelt. Auch mit der EU liegt er deswegen im Clinch und droht mit Sonderzöllen auf Auto-Importe. Zudem wurde auf seinen Druck hin das nordamerikanische Handelsabkommen mit Mexiko und Kanada neu verhandelt.

aar/dpa/Reuters

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insgesamt 15 Beiträge
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der_k 05.03.2019
1. Einerseits "Trump", anderseits richtig
Indien kann mit Billiglöhnen und niedrigen Preisen weltweit Punkten. Bei den Arbeitern kommt von erwirtschaften nix an und die Wirtschaftsleistung bleibt weitestgehend im Keller. Die Türkei ist im Gegenzug schon lange kein Entwicklungsland mehr. Das wäre also nicht ganz falsch! Im großen und ganzen würde aber wohl nicht viel dagegensprechen, wenn alle Länder nach den selben regeln spielen würden. Zoll vereinheitlichen oder abschaffen? Egal! Aber die eingeführten Produkte MÜSSEN dabei die Standards der jeweiligen Länder erfüllen. Und damit haben dann auch die Amis Probleme...
sven2016 05.03.2019
2. Executive Orders und Strafen für
Länder. Der Mann regiert als Prinz von Washington, DC. Hoffentlich nicht mehr lange. Es bräuchte nur eine Handvoll republikanischer Würdenträger mit etwas Gewissen, um dieses Trauerspiel zu beenden und den Mann ins Exil zu schicken.
yaraghino 05.03.2019
3. 1,7 Milliarden Dollar
Sie werden es Überleben
aberhalloja 05.03.2019
4. Türkei -
klarer Fall. Dieser Schritt ist überfällig auch hier zu Lande
claus7447 05.03.2019
5.
Er macht sich Freunde... will er doch.
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