Geldpolitik Trump will zwei Konservative ins Fed-Direktorium schicken

Donald Trump plant offenbar die US-Notenbank auf Linie zu trimmen. Dazu will der Präsident angeblich zwei Konservative für das Direktorium der Fed nominieren.

Donald Trump
AP/ DPA

Donald Trump


US-Präsident Donald Trump hat sich einem Zeitungsbericht zufolge für zwei konservative Kandidaten für das Direktorium der US-Notenbank Fed entschieden. Wie die "New York Times" unter Berufung auf Insider berichtete, wird Trump den Universitätsprofessor Marvin Goodfriend und den früheren Mitarbeiter im US-Finanzministerium, Randal Quarles, für zwei der drei offenen Posten nominieren.

Beide sind als Verfechter einer strafferen geldpolitischen Linie bekannt. Goodfriend und Quarles waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Ein Sprecher des US-Präsidialamtes sagte, man sei noch nicht soweit, eine Entscheidung zu verkünden.

Zuletzt hatte die Fed eine ultralockere Geldpolitik betrieben. Nach der Finanzkrise stützte sie die Wirtschaft und pumpte Milliarden in die Wirtschaft. (Hier erfahren Sie, wie sich Zinsen auf die Wirtschaft auswirken).

Sollten die beiden Kandidaten bestätigt werden, werde der Ton der Fed-Führung umgehend härter, sagte Volkswirt Stephen Stanley, der mit Goodfriend in Richmond zusammen gearbeitet hat. Unter dieser Führung sei es wahrscheinlicher, dass die Fed in Zukunft wieder schneller die Zinsen anhebt, um eine Überhitzung der US-Wirtschaft zu verhindern.

Experten rechnen allgemein damit, dass die Fed noch in diesem Monat ihre Zinsen anheben wird. Die Zentralbank hatte bereits im März die geldpolitischen Zügel gestrafft und den Zins auf die aktuelle Spanne von 0,75 bis 1,0 Prozent angehoben. Die Fed fasst zwei weitere Erhöhungen für 2017 ins Auge. Bevor es dazu kommt, wollen die Währungshüter aber Signale für eine Festigung des Aufschwungs sehen.

Goodfriend dürfte mit seiner Forderung, die Geldpolitik an eine Regel zu binden, innerhalb der Fed anecken. Notenbankchefin Janet Yellen hat sich mehrfach strikt gegen eine Bindung der Zentralbank an eine Formel ausgesprochen. Trump rückte jüngst von seiner massiven Kritik an Yellen ab und kann sich mittlerweile auch eine zweite Amtszeit der Top-Währungshüterin vorstellen.

hej/Reuters



insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
die-metapha 03.06.2017
1.
Ein weiterer Schritt in Richtung Autokratie. Trump will die Checks and Balances unterlaufen, um so ungehindert durchregieren zu können. Es gab bisher vermutlich noch keinen Präsidenten der USA, welcher derart Verfassungsfeindlich agierte. Mir ist nicht ganz klar, ob die US Amerikaner Trump gezielt und bewusst oder nur billigend in Kauf nehmen, um ihre Verfassung zu torpedieren.
richtigoderfalsch 03.06.2017
2. Eine Überraschung? Damit hat bestimmt niemand gerechnet.
Entscheidend ist doch, für welche Politik, die von ihm nominierten Herren stehen und welche Auswirkungen das für die Gesellschaft und die Bürger hat. Wer nominiert schon seine Gegner?
guenther2009 03.06.2017
3. Dieser Narr
versucht alle Gremien auf seine Linie zu bringen. Oft sind diese Änderungen über seine Amtszeit hinaus gültig und wir werden uns noch lange nach seinem Abgang abmühen müssen.
MütterchenMüh 03.06.2017
4. Business us usual
Einige werden wieder Verschwörungs- und Antidemokratietheorien aufstellen, aber es war und ist nun mal Usus , dass die Wahlgewinner die Macht- und Einflusspositionen mit ihren eigenen Leuten besetzen. Bussiness us usual!
MütterchenMüh 03.06.2017
5. Business us usual
Zitat von guenther2009versucht alle Gremien auf seine Linie zu bringen. Oft sind diese Änderungen über seine Amtszeit hinaus gültig und wir werden uns noch lange nach seinem Abgang abmühen müssen.
Richtig. So wie derzeit die Republikaner gegen eine Übermacht in allen Verwaltungen gegen "demokratisch besetzte Posten" gegenan arbeiten müssen, die darüber hinaus gerne öfter mal was den Zeitungen zuschanzen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.