Banca Monte dei Paschi Italien stützt strauchelnde Bank mit zwei Milliarden Euro

Neue Milliardenhilfen für die älteste Bank der Welt: Nach langem Zögern hat sich die Regierung in Rom dazu durchgerungen, der strauchelnden Banca Monte dei Paschi weitere Unterstützung zu gewähren. Mit der Finanzspritze soll das drittgrößte Geldinstitut Italiens seine Eigenkapital-Quote verbessern.

Kreditinstitut Monte dei Paschi: Traditionsbank unter Druck
REUTERS

Kreditinstitut Monte dei Paschi: Traditionsbank unter Druck


Rom - Die angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena (BMPS) braucht erneut Unterstützung vom italienischen Staat. Insgesamt will die Regierung dem drittgrößten italienischen Kreditinstitut zusätzlich bis zu zwei Milliarden Euro leihen. Dabei sollen die bereits ausgegebenen Anleihen von 1,9 Milliarden Euro durch neue Papiere im Wert von bis zu 3,9 Milliarden Euro ersetzt werden, teilte die Regierung in Rom am Dienstag mit.

Die Regierung erklärte, sie habe "dringende Maßnahmen zur Anhebung" des Kapitals der Bank getroffen. Dem Geldinstitut sei es aufgrund der derzeit "extrem instabilen Marktbedingungen" nicht möglich gewesen, private Investitionen zur Stärkung ihres Eigenkapitals zu finden. Bisher hatte der italienische Staat trotz enger Kontakte zur Bank noch gezögert, ihr neue Hilfen zu gewähren.

Mit der Finanzspritze soll es der BMPS nun gelingen, die von der europäischen Bankenaufsicht (EBA) festgeschriebene Eigenkapital-Quote von neun Prozent zu erreichen. Das vergangene Jahr hatte die Bank infolge der Auswirkungen der Schuldenkrise mit einem Verlust von 4,69 Milliarden Euro abgeschlossen.

Besonders ihre Abhängigkeit von der Stabilität des Staats wird derweil für Italiens Banken zur Gefahr. Sie sitzen auf einem gigantischen Berg von heimischen Staatsanleihen - bei der BMPS waren es zuletzt 25 Milliarden Euro.

Die Schuldenkrise macht zudem dem italienischen Einzelhandel zu schaffen. Die Erlöse sind zu Beginn des zweiten Quartals eingebrochen. Die Umsätze im April gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat um ganze 6,8 Prozent zurück, teilte die italienische Statistikbehörde in Rom mit. Das ist der stärkste jemals gemessene Rückgang, selbst im Monatsvergleich war der Rückgang mit 1,6 Prozent außergewöhnlich stark.

cab/bos/dpa/AFP/dapd



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Pandora0611 27.06.2012
1. Monti stützt eigene Bank
Zitat von sysopREUTERSNeue Milliardenhilfen für die älteste Bank der Welt: Nach langem Zögern hat sich die Regierung in Rom dazu durchgerungen, der strauchelnden Banca Monte dei Paschi weitere Unterstützung zu gewähren. Mit der Finanzspritze soll das drittgrößte Geldinstitut Italiens seine Eigenkapital-Quote verbessern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,841058,00.html
Das ist schon seltsam. Warum läßt er sie nicht von der EUdSSR "retten"? Das wäre doch der einfachere und billigere Weg. Monti ist doch "ehemaliger *Berater* von Goldman Sachs, da muß er doch die Tricks kennen. Er könnte natürlich auch seinen "Freund" Draghi **ehemals Chef von Goldman Sachs Europe** fragen.
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