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18. Oktober 2018, 11:36 Uhr

Dürrehilfen

Kleinbauern ist Antragsverfahren zu vertrackt

Mit Dürrehilfen will die Regierung betroffene Bauern nach den trockenen Sommermonaten vor der Pleite retten. Die Landwirte aber verheddern sich offenbar häufig in bürokratischen Fallstricken.

Der Deutsche Bauernverband kritisiert, wie die zwischen Bund und Ländern beschlossenen Dürrehilfe für Landwirte umgesetzt wird. "Das Verfahren lässt eine schnelle und effektive Dürrehilfe nicht zu", sagte Verbandschef Joachim Rukwied. Es überfordere die Landwirte und dauere zu lange.

Die Präsidenten der Landesbauernverbände fordern deshalb von Bund und Ländern, das Hilfsprogramm zu vereinfachen. "Wenn den betroffenen Betrieben wirklich geholfen werden soll, was dringend notwendig ist, müssen die Vorgaben anders ausgestaltet werden", sagte Rukwied.

Die Bauern in Deutschland hatten aufgrund zu geringer Regenfälle und hoher Temperaturen die schlechteste Ernte seit Jahren eingefahren. Im August hatte Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) bis zu 170 Millionen Euro Dürrehilfen des Bunds in Aussicht gestellt. Die andere Hälfte des Gesamtbetrags sollen die Länder tragen. Insgesamt sollen 340 Millionen Euro an Bauern verteilt werden.

Dürrehilfe gibt es allerdings nur dann, wenn der Ernteertrag auf Acker und Grünland im Betriebsdurchschnitt um über 30 Prozent geringer ist als im Schnitt der vergangenen drei Jahre. Es gibt auch nur dann Geld, wenn der Betrieb ohne Dürre nicht existenzgefährdet wäre. Zudem sind weitere zahlreiche Kriterien zu erfüllen. "Wir befürchten, dass einige bürokratische Hürden viele betroffene Betriebe von der Hilfsmaßnahme ausschließen", sagte Rukwied.

mik/dpa

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