Düsterer Ausblick Großbritannien fürchtet neue Finanzkrise

Erstmals warnt ein britischer Spitzenpolitiker vor den Folgen der weltweiten Schuldenkrise: Er mache sich extreme Sorgen wegen der Probleme in Griechenland und den USA, sagt Vizepremier Nick Clegg. Auch wenn sein Land selbst kein Euro-Mitglied sei, hänge es voll mit drin.

Britischer Vizepremier Clegg: "Ich mache mir extreme Sorgen"
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Britischer Vizepremier Clegg: "Ich mache mir extreme Sorgen"


London - Man könnte meinen, die Probleme Griechenlands gingen Großbritannien nichts an. Immerhin ist das Land kein Mitglied der Euro-Zone, die Briten haben stets an ihrer eigenen Währung, dem Pfund, festgehalten. Doch nun hat ein führendes Mitglied der britischen Regierung erstmals erklärt, wie gefährlich die Schuldenprobleme in Griechenland und den anderen Euro-Problemländern für die Insel sind. Es sei töricht, so zu tun, als ginge die Euro-Krise Großbritannien nichts an, sagte Nick Clegg, stellvertretender Premierminister, dem Sender BBC.

Er mache sich "extreme Sorgen", dass die Welt am Rande einer neuen Finanzkrise stehe. Die Situation in der Euro-Zone, aber auch in den USA sei äußerst ernst.

Die Parteien in Amerika müssen sich bis Sonntag auf einen Kompromiss im Haushaltsstreit einigen. Sonst droht wegen der Schuldengrenze die Zahlungsunfähigkeit. Zwar wird das derzeitige Limit von 14,3 Billionen Dollar erst am 2. August erreicht. Experten gehen aber davon aus, dass die Politiker mindestens zehn Tage brauchen, um die Gesetze zu verabschieden.

Clegg sagte der BBC, die Probleme in den USA und in Griechenland hätten "einen direkten Einfluss auf den britischen Arbeitsmarkt, auf das Leben von Millionen Menschen in unserem Land". Darum glaube er, dass Großbritannien "eine aktive Rolle hinter den Kulissen spielen muss, um den Euro-Ländern bei den nötigen Reformen zu helfen".

Die Regierungen der Euro-Zone diskutieren derzeit mehrere Modelle, wie sie Griechenlands Schuldenkrise bewältigen können. Laut "Welt" könnte der private Sektor mit einer Bankenabgabe an den Kosten der Rettung beteiligt werden. Nach SPIEGEL-Informationen ist außerdem ein Modell im Gespräch, wonach Griechenland sein Defizit durch den Rückkauf von Staatsanleihen senken könnte. Das Geld würde dabei vom Euro-Rettungsschirm EFSF kommen.

Eine weitere Idee sieht vor, dass der EFSF selbst Anleihen kauft. Dafür müssten aber die Kompetenzen des Fonds erweitert werden.

cte



insgesamt 148 Beiträge
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Seite 1
nataliadirks@gmail.com, 18.07.2011
1. Wie ist dieser Satz zu verstehen?
Er mache sich "extreme Sorgen", dass die Welt am Rande einer neuen Finanzkrise stehe. Die Situation in der Euro-Zone, aber auch in den USA sei äußerst ernst. Ist denn die "alte Finanzkrise" jemals überwunden worden? Mir kommt es so vor als wenn wir seit Jahren in einer politischen,-wirtschaftlichen,-finanziellen,-Wertekrise stecken.
Rodelkönig 18.07.2011
2. asdfghjkl
Zitat von sysopErstmals warnt ein britischer Spiztenpolitiker vor den Folgen der weltweiten Schuldenkrise: Er mache sich extreme Sorgen wegen der Probleme in Griechenland und den USA, sagt Vize-Premier Nick Clegg. Auch wenn sein Land selbst kein Euro-Mitglied sei, hänge*es*voll mit drin. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,774964,00.html
Die Briten könnten uns allen und der Welt am besten helfen, indem sie sich nicht mehr gegen eine europaweite Finanztransaktionssteuer und eine starke, konsequente Einschrumpfung des Finanzmolochs wehren.
Interessierter0815 18.07.2011
3. .
aus dem Artikel: Clegg sagte der BBC, die Probleme in den USA und in Griechenland hätten "einen direkten Einfluss auf den britischen Arbeitsmarkt, auf das Leben von Millionen Menschen in unserem Land". [*]Darum glaube er, dass Großbritannien "eine aktive Rolle hinter den Kulissen spielen muss, um den Euro-Ländern bei den nötigen Reformen zu helfen".* Genau, London City befielt und wir Lemminge springen.
cottoner 18.07.2011
4. Neue Krise ?
Es krieselt schon eine gehoerige Zeit und nur weil der Fast Absturz des Finanzsystems vor 3 Jahren mit Milliarden aus dem Steuersaeckel gerade mal noch so eben abgewendet wurde, ist doch die Krise noch lange nicht ausgestanden. Die notwendigen Korrekturen, welche den Finanzsektor endlich unter Kontrolle gebracht haetten, wurden doch gerade durch die USA und GB torpediert und niemals ernsthaft angegangen. Was wir augenblicklich erleben, ist etwas ganz normales, denn das Schuldgeldsystem funktioniert nun einmal nicht ewig. Der Reset ist unausweichlich. Nun Sorge vor einer neuen Krise zu aeussern ist lachhaft und kann nur so gedeutet werden, dass man versucht, die Versaeumnisse der Vergangenheit zu vernebeln und die Bevoelkerung schon einmal auf das, was kommen muss, sanft vorzubereiten.
berlin_rotrot, 18.07.2011
5. -
Wenn ein Politiker sich extreme Sorgen macht Pfeiffen es die Spatzen von den Dächern, keine wirklichen "News" was der Brite erzählt. Rettet euer Fiat Money (Papiergeld) Euro noch rechtzeitig in Gold, Aktien, Sachwerte bevor Europa und der Euro endgültig von der wirtschaftlichen Landkarte abgeschrieben werden.
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