Eine Million Euro Ex-Post-Chef Zumwinkel lässt sich mit Strafzahlung Zeit

Sieben Monate nach der Verurteilung von Klaus Zumwinkel wartet das Landgericht Bochum immer noch auf eine Millionenzahlung des Ex-Post-Chefs. Doch laut "Financial Times Deutschland" lässt sich Zumwinkel Zeit - und das Geld für sich arbeiten.
Steuersünder Zumwinkel: 22.500 Euro Zinsgewinn

Steuersünder Zumwinkel: 22.500 Euro Zinsgewinn

Foto: A3730 Federico Gambarini/ dpa

Hamburg - Es war einer der spektakulärsten Steuerprozesse in der Geschichte der Bundesrepublik, der am 26. Januar 2009 im Landgericht Bochum zu Ende ging. Der ehemalige Post-Chef Klaus Zumwinkel gestand, knapp eine Million Euro Steuern hinterzogen zu haben. Dafür erhielt der ehemalige "Manager des Jahres" zwei Jahre auf Bewährung und eine Auflage von einer Million Euro. Spätester Rückzahlungstermin: 31. Dezember 2009. Die lange Frist räumte der Richter dem Millionär deshalb ein, weil dieser vor Gericht angegeben hatte, kein frei verfügbares Kapital zu besitzen.

Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" hat Zumwinkel die geforderte Millionenauflage aber trotz der bereits sieben vergangenen Monate bis heute nicht gezahlt. Und das, obwohl der Ex-Manager laut "FTD" in Wirklichkeit doch über ausreichend freies Kapital verfügt. Denn Zumwinkel hatte sich bereits vor der Urteilsverkündung seine Pensionsansprüche bei der Post über 20 Millionen Euro auszahlen lassen - was der Richter des Landgerichts Bochum im Januar nicht wissen konnte.

Auf Anfrage der "FTD" bestätigte die Post nochmals, dass Zumwinkels Pensionsansprüche "im vergangenen Jahr vertragsgemäß vollständig ausbezahlt" wurden. Also vor dem Prozess.

Ein Sprecher des Landgerichts Bochum zeigte sich überrascht, dass Zumwinkel seine Pension bereits im vergangenen Jahr bekommen hat. Aber "jeder Angeklagte hat das Recht zu lügen", sagte er der Zeitung.

Die "FTD" wirft dem Ex-Post-Chef vor, die eine Million Euro in der Zwischenzeit für sich arbeiten zu lassen: Hätte er das Geld zu den gängigen Konditionen bei der Postbank aufs Sparbuch gelegt, wäre er laut Zeitung heute immerhin 22.500 Euro reicher.

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