Einkommensteuer 4,2 Millionen Deutsche zahlen den Spitzensteuersatz

Fast zehn Prozent der Deutschen zahlen den Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Damit sind laut einer Studie 4,2 Millionen Personen für fast die Hälfte des Einkommensteueraufkommens verantwortlich.
Geldbeutel

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Foto: DB Andreas Gebert/ picture alliance / dpa

Wer viel verdient, gibt auch viel an den Staat ab: Das deutsche Steuersystem belastet Gutverdienende deutlich stärker als Geringverdiener und soll so zwischen Arm und Reich umverteilen. 4,2 Millionen Personen in Deutschland zahlen derzeit den Spitzensteuersatz von mindestens 42 Prozent. Dazu gehören jedoch auch Ehepartner von Besserverdienern, die steuerlich gemeinsam veranlagt werden. Dies geht aus einer bislang unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) hervor, wie das "Handelsblatt" berichtet.

Diese knapp zehn Prozent der Top-Verdiener in Deutschland sind mit 48,2 Prozent fast für die Hälfte des gesamten Einkommensteueraufkommens verantwortlich, die 30 Prozent Spitzenverdiener demnach sogar für 79 Prozent. 2,7 Millionen Erwerbstätige zahlen dagegen laut der Studie aufgrund zu geringen Verdiensts überhaupt keine Steuern.

Auch Geringverdiener stark belastet

Die Studie zeigt dem "Handelsblatt" zufolge außerdem, wie stark Gering- und Durchschnittsverdiener durch Steuern und Abgaben belastet werden. Ein Single mit einem Bruttogehalt von 1940 Euro im Monat zahlt demnach 46 Prozent Steuern und Abgaben. Ein alleinstehender Durchschnittsverdiener mit 3250 Euro muss mit 51 Prozent mehr als jeden zweiten Euro abführen.

Ein Ehepaar ohne Kinder und einem Einkommen von 4040 Euro zahlt 47 Prozent Steuern und Abgaben, eine Familie mit zwei Kindern und 6170 Euro monatlichem Einkommen 44 Prozent.

Dass auch Durchschnittsverdiener den Spitzensteuersatz zahlen, liegt daran, dass der Satz für Singles bereits ab einem Einkommen von 54.000 Euro im Jahr fällig wird. Eine Steuersenkung würde nicht nur die hohe Steuerlast senken, sondern auch "die Anreize verbessern, eine Beschäftigung aufzunehmen oder die Arbeitszeit zu erhöhen", heißt es in der Studie.

Deutschland hat einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Studie der Industrieländerorganisation OECD zufolge die zweithöchste Steuer- und Abgabenlast aller Industrienationen. Für einen alleinstehenden Durchschnittsverdiener lag die Belastung 2016 demnach bei 49,4 Prozent des Arbeitseinkommens. (Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht zu dem OECD-Bericht.)

nck/dpa/Reuters
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