Einkommensverteilung Beamte wehren sich gegen DIW-Vermögensstudie

Die Vermögensstudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung lässt die Emotionen hochkochen: Kritiker fühlen sich bestätigt, dass der Staat und seine Diener die Steuerzahler ausbeuten. Die Beamten dagegen begehren auf: Sie fühlen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt.
Sportlicher Rentner: Diskussion um die Absicherung im Alter

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Foto: Z1009 Jan-Peter Kasper/ dpa

Berlin - Die Vermögensstudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hat eine kontroverse Situation ausgelöst: Das DIW hatte ausgerechnet, dass die Pensionsansprüche der Beamten sich unter Umständen zu einem Vermögen addieren, das doppelt so groß ist, wie das eines sozialversicherungspflichtigen Angestellten in der gleichen Einkommensklasse.

Jetzt meldet sich der Deutsche Beamtenbund (dbb) zu Wort. Er bezeichnete die Berechnungen der DIW-Forscher als unseriös. "Der Vergleich Äpfel mit Eiern schürt neue Neiddebatten, trägt aber wenig zu einer sachlichen Diskussion über die Einkommensbedingungen im öffentlichen Dienst bei", sagte dbb-Chef Peter Heesen.

Die DIW-Experten hatten berechnet, dass der Wert der Pensionsansprüche kurz vor dem Ruhestand durchschnittlich rund 400.000 Euro beträgt. "Andere abhängig Beschäftigte des gleichen Alters können mit nur rund 160.000 Euro lediglich rund 40 Prozent des Wertes der Anwartschaften von Beamten erreichen", heißt es in der Studie. Die Relation verbessert sich ein bisschen, wenn man auf Seiten der Arbeiter und Angestellten Arbeitslose und Personen in Ausbildung herausrechnet. Dann liegt der Wert mit 200.000 Euro noch 50 Prozent unter dem für die Pensionäre.

Beamtenpension auf Basis der letzten Berufsjahre

Ein Grund für den ausgeprägten Unterschied liegt darin, dass die Höhe einer Beamtenpension im Wesentlichen auf Basis der letzten Monate des Berufslebens berechnet wird. Bei sozialversicherungspflichtigen Einkommen bildet dagegen die Summe aller Einzahlungen den Grundstock für die spätere Rente. Das geringere Gehalt zu Beginn des Berufslebens kommt also viel stärker zum Tragen.

Dem hält der dbb jetzt die Vorteile der Beschäftigten in der Privatwirtschaft entgegen. So werde das Ruhegehalt der Beamten bis 2040 deutlich höher versteuert als die Renten. Auch hätten Pensionäre keinen Anspruch auf Betriebs- oder Zusatzrenten, was in der Privatwirtschaft üblich sei. Letzteres Argument zählt allerdings nicht: Den Wert hatten DIW-Forscher bei ihren Berechnungen berücksichtigt.

Zudem führen die Beamten an, dass sie anders als die Rentner die gerade im Alter steigenden Beiträge für ihre private Krankenversicherung von ihrer Pension bezahlen müssten. Den besseren Service und die während der Berufszeit deutlich geringeren Beiträge lassen sie dabei allerdings außer Acht.

mik/Reuters