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Donnerstag bis Samstag Beschäftigte im Einzelhandel streiken kurz vor Weihnachten

Wer noch keine Weihnachtsgeschenke hat, sollte sie im Zweifel schnell besorgen: Die Gewerkschaft Ver.di ruft für Ende kommender Woche zu Warnstreiks im Einzelhandel auf.
Kaufhaus im Weihnachtsgeschäft: Arbeitskampf in den drei Tagen vor Heiligabend

Kaufhaus im Weihnachtsgeschäft: Arbeitskampf in den drei Tagen vor Heiligabend

Foto: Stefan Puchner / dpa

Schon seit dem Frühjahr verhandelt die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern über höhere Tariflöhne – bislang erfolglos. Nun erhöht Ver.di den Druck: Noch vor Heiligabend soll es Streiks im Einzelhandel geben. Der Ver.di-Bundesvorstand ruft die Beschäftigten zu Arbeitskampfaktionen zwischen Donnerstag und Samstag kommender Woche auf. »Wer Streiks unmittelbar vor Heiligabend verhindern will, muss an den Verhandlungstisch zurückkehren«, sagte Gewerkschaftschef Frank Werneke. Die rund 3,1 Millionen Beschäftigten warteten seit Monaten auf einen Abschluss.

Der Arbeitgeberverband HDE beharrte dennoch auf seiner Verhandlungsposition. Das jüngste Angebot sei von der Höhe her historisch. »Es bedeutet für die Unternehmen das Ende der Fahnenstange – daran ändern auch Streiks in der Weihnachtszeit nichts«, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. »Durch ein beschädigtes Weihnachtsgeschäft werden zukünftige Bewegungsspielräume bei der Vergütung deutlich limitiert.«

Der in den einzelnen Regionen geführte Tarifkonflikt stockt derzeit. Trotz anderslautender Bekundungen bei einem Spitzengespräch Ende November verweigerten die Arbeitgeber nach wie vor Tarifgespräche, monierte die Gewerkschaft. Deshalb bereiteten die Ver.di-Landesbezirke nun Aktionen und Streiks vor. »Sich Verhandlungen zu entziehen, ist pure Provokation und völlig respektlos«, kritisierte Werneke.

Ver.di fordert für den Einzelhandel 2,50 Euro mehr pro Stunde mit einer Laufzeit von einem Jahr. Die Arbeitgeber bieten laut Gewerkschaft bislang für 2023 nur eine Tariferhöhung von 1,04 Euro. Nicht viel besser sehe es bei den rund 1,9 Millionen Beschäftigten im Groß- und Außenhandel aus, teilte Ver.di mit.

Die Arbeitgeber betonten hingegen, sie hätten ihr Angebot in den vergangenen acht Monaten mit mehr als 60 Verhandlungsrunden mehrfach deutlich nachgebessert, »während Ver.di einfach stur an ihren Maximalforderungen festhält«, sagte Genth. Die Offerte der Arbeitgeber sehe eine Tarifsteigerung von 10,24 Prozent über eine Laufzeit von 24 Monaten vor, zuzüglich einer Inflationsausgleichsprämie von insgesamt 750 Euro. Weitere Verhandlungstermine werde es erst geben, wenn Ver.di signalisiere, »prinzipiell und in den Grenzen dieses Angebots mit uns Arbeitgebern zu Ende zu verhandeln«, sagte Genth.

Der langfristige Schaden eines zu hohen Tarifabschlusses wäre für die Branche fatal, so der HDE-Vertreter. »Leider müssen die Unternehmen daher notfalls mit Streiks im Weihnachtsgeschäft umgehen.« Die Handelsfirmen hätten aber schon in der Vergangenheit gezeigt, dass sie mit dem Arbeitskampf umgehen und die Folgen für die Verbraucher möglichst gering halten könnten. »Der gewohnte Weihnachtseinkauf ist der Kundschaft des Handels daher sicher.«

fdi/Reuters

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