Einigung auf Konzept Ärzte und Kassen wollen bis 2021 Digitalakte für Patienten

Gesundheitsminister Spahn treibt die Digitalisierung des Gesundheitswesens voran. Nun haben sich laut "Handelsblatt" Krankenkassen und Ärzte auf ein Konzept für eine elektronische Patientenakte geeinigt.
Ansicht der App "Vivy", mit der sich Gesundheitsdaten verwalten lassen

Ansicht der App "Vivy", mit der sich Gesundheitsdaten verwalten lassen

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Spätestens 2021 soll allen gesetzlich Versicherten eine elektronische Patientenakte zur Verfügung stehen. Um dies zu ermöglichen, haben sich Krankenkassen und Ärzte mit dem Gesundheitsministerium auf ein Grundkonzept geeinigt, berichtet das "Handelsblatt". Die Akteure im Gesundheitswesen hätten die Schaffung gemeinsamer Standards verabredet, hieß es unter Berufung auf eine dreiseitige Absichtserklärung.

Sollten sich Kassen und Ärzte wie in der Vergangenheit gegenseitig blockieren, wolle Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Ausgestaltung der Digitalakte an sich ziehen. AOK-Chef Martin Litsch sagte dem "Handelsblatt": "Ein Zurück ohne Gesichtsverlust gibt es nicht." Die Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, sagte, die Digitalakte zur Vernetzung von Gesundheitsdaten werde "ein Meilenstein in der Modernisierung der Patientenversorgung".

Spahn hatte bereits erklärt, er wolle, dass gesetzlich Versicherte spätestens ab 2021 generell auch per Handy und Tablet ihre Patientendaten einsehen können. Eigene Angebote für elektronische Gesundheitsakten hatten die AOK und die Techniker Krankenkasse (TK) schon vorgestellt.

Die nun erzielte Einigung sieht laut "Handelsblatt" vor, dass die Gesellschaft für den Aufbau eines Gesundheitsdatennetzes (Gematik) für den grundlegenden technischen Aufbau und Schnittstellen für die Digitalakte verantwortlich ist. Die Formate, in denen medizinische Daten gespeichert werden, legt demnach die Ärzteschaft fest.

Die Krankenkassen folgen bei ihren Patientenakten einem einheitlichen Muster: Neben einem Standardbereich für Medizindaten wie Röntgenbilder soll es einen Kassenbereich etwa für Informationen zu Bonusprogrammen geben. Auch die Versicherten bekommen ein eigenes Fach, dort können sie beispielsweise Fitnessdaten speichern. Die Patienten sollen dann entscheiden, wer auf welche Informationen zugreifen darf.

mmq/dpa