Pilotprojekt Familien können Elterngeld bald online beantragen

Wer Elterngeld beantragen will, muss bislang viele Formulare auf Papier ausfüllen. Künftig soll der Antrag auch online möglich sein - in Berlin und Sachsen laufen bereits Tests.

DPA

Das Elterngeld soll künftig auch im Internet beantragt werden können. In Berlin und Sachsen ist das ab sofort möglich, weitere Bundesländer sollen im Laufe des Jahres folgen, teilte Familienministerin Franziska Giffey (SPD) mit.

"Gerade Paare, die Eltern werden, wünschen sich mehr Zeit, weniger Bürokratie und stattdessen mehr digitale Angebote in der öffentlichen Verwaltung", sagte sie.

Ganz ohne Papier geht es jedoch noch nicht: Wer das Formular für das "ElterngeldDigital" im Netz ausfüllt, muss den Antrag am Ende immer noch ausdrucken, unterschreiben und per Post an die zuständige Elterngeldstelle schicken.

Ab Anfang kommenden Jahres sollen dann weitere Schritte in Richtung eines papierlosen Antrags gemacht werden, der per elektronischer Signatur unterzeichnet und über das Internet eingereicht wird.

Mütter und Väter können das Elterngeld in Anspruch nehmen, wenn sie nach der Geburt eines Kindes für eine Weile aus dem Beruf aussteigen. Eltern können die Leistung gemeinsam für insgesamt 14 Monate in Anspruch nehmen, wenn sich beide an der Betreuung des Kindes beteiligen. Das ElterngeldPlus kann beantragt werden, wenn Eltern während des Bezugs in Teilzeit arbeiten wollen.

cop/AFP/dpa



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
peho65 16.10.2018
1. Beeindruckend, ...
... wie schnell sich durch Digitalisierung E-Government erreichen lässt. Wir erobern also das Neuland! Bravo!
HeikoRausN 16.10.2018
2. Was ist daran neu?
Bei meinen letzten zwei Kindern lief das schon so: Online ausfüllen, drucken und unterschreiben. Nachweise (Lohn- und Steuerbescheide sowie die Bestätigungen vom Arbeitgeber) wurden dann als PDF per E-Mail geschickt. Ist Bayern hier einfach weiter oder ist die Meldung schon älter?
penie 16.10.2018
3. Bayern ist in der Tat weiter ...
Zitat von HeikoRausNBei meinen letzten zwei Kindern lief das schon so: Online ausfüllen, drucken und unterschreiben. Nachweise (Lohn- und Steuerbescheide sowie die Bestätigungen vom Arbeitgeber) wurden dann als PDF per E-Mail geschickt. Ist Bayern hier einfach weiter oder ist die Meldung schon älter?
... und Hessen wird voraussichtlich das bayrische Verfahren übernehmen.
seeyouin1982 16.10.2018
4. dafür sollen wir Frau Giffey
jetzt loben? Das soll ein Erfolg in der Familienpolitik sein? Ob ich den Sermon online oder mit einem Stift auf Papier ausfülle, die Anlagen scanne und hochlade oder kopiere und per Post schicke, der Aufwand gibt sich nichts...die SPD sollte mal lieber über Erhöhungen von Kindergeld nachdenken. Dies wird dann angerechnet an den Unterhalt (ein Witz), Betreuung kostet Geld etc. etc. etc. Ich bin alleinerziehend, promovierte Geisteswissenschaftlerin in Elternzeit und es fehlt vorne und hinten, vor allem was das Betreuungsangebot betrifft, und empfinde solch eine Meldung (geht nicht gegen SPON) als Frechheit.
Holländertje 18.10.2018
5.
Die Deutschen mögen ihr Papier. Als meine Zwillinge hier in den Niederlanden geboren wurden, habe ich sie im Krankenhaus mit einem iPad anerkannt und somit digital beim Rathaus angemeldet. Über Internet beantragte ich auch das Kindergeld, das Kinderbetreuungsgeld und sonstiges. Erst als die beiden einen Pass zum Reisen brauchten, sahen sie zum ersten Mal das Rathaus.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.