Bundestagswahl Wofür wir Steuern zahlen

Steuern nerven, sind aber wichtig - gerade im Jahr der Bundestagswahl. Wie gerecht ist die Belastung verteilt? Und was könnte die Politik ändern? Alle Fakten im Hintergrundformat "Endlich verständlich".

Mitarbeiter im Finanzamt Essen (Archivbild)
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Mitarbeiter im Finanzamt Essen (Archivbild)

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Knapp 6 Stunden und 20 Minuten - so viel Zeit verbringen die Deutschen einer Studie zufolge durchschnittlich mit ihrer Steuererklärung. Für viele Bürger dürfte es zugleich die einzige Zeit im Jahr sein, in der sie sich überhaupt mit dem Thema Steuern beschäftigen.

Das ist einerseits verständlich, denn Steuern nerven. Sie schmälern das Einkommen, sind in einem oft kaum verständlichen Deutsch geregelt und fließen nicht selten in zweifelhafte Vorhaben.

Andererseits sind Steuern enorm wichtig. Sie beeinflussen, ob der Staat neue Straßen und Schulen bauen kann. Wie teuer es für Eltern ist, Kinder großzuziehen. Wie groß die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind.

Besonders der letzte Punkt könnte im bevorstehenden Bundestagswahlkampf noch ein großes Thema werden. "Über die Steuerpolitik werden wir kräftig streiten dieses Jahr", hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble prophezeit. Er selbst stellt nach der Wahl Entlastungen im Umfang von 15 Milliarden Euro in Aussicht.

Wie genau diese aussehen sollen, ist aber bislang ebenso offen wie das Steuerkonzept der SPD. Spitzenkandidat Martin Schulz hat zwar ausdrücklich einen Gerechtigkeitswahlkampf angekündigt. Er muss aber erst noch entscheiden, welcher von mehreren Vorschlägen seiner parteiinternen Experten denn nun der gerechteste ist. Als die SPD kürzlich ihre Eckpunkte fürs Wahlprogramm vorlegte, blieben Steuern deshalb außen vor.

Aus dem Zögern spricht die Sorge vor einem Misserfolg. Oft bleiben bleibt von Steuerkonzepten am Ende nur eine einzige Zahl - etwa ein erhöhter Spitzensteuersatz. Um das bestehende System und mögliche Reformen aber zu verstehen, braucht es deutlich mehr Informationen. In unserem Erklärformat "Endlich verständlich" finden Sie daher ab sofort die wichtigsten Fakten und Hintergründe zum Thema Steuern.

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insgesamt 175 Beiträge
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Seite 1
paulvernica 14.06.2017
1. Änderung MWST
Mein Vorschlag wäre es, die MWST auf Grundnahrungsmittel abzuschaffen. Und den Verlust mit hoher MWST auf Luxusprodukte auszugleichen.
gesell7890 14.06.2017
2. Für
Bankenrettung, für unsäglich Politik, den BER und Stuttgart 21. Nur so ein paar Beispiele.
SabineMeier 14.06.2017
3. euern für was?
Für Kriegseinsätze in fremden Ländern, Finanzhilfe für korrupte Regierungen (Ukraine........) für Großunternehmen wie EON......, für Stationierung von US-Streitkräften und ihre Stützpunkte einschließlich Krankenhäuser, Militärausrüstung unter dem Vorwand der Bedrohung (Putin steht auf dem Alexanderplatz lächerlich)........ nicht für verarmte Kinder von Hartz 4 Empfängern, Ostrentnern, Bildungswesen, Krankenhäuser,Sozialwesen........... darf aber nicht gesagt werden Spiegel fährt wieder eine staatstragende Polemik.
jorgos 14.06.2017
4. Auf dem Prüfstand
Wenn man wirklich wissen will, wo Steuern verschwendet werden, braucht nur beim Bund der Steuerzahler nachzuschlagen - da finden wir eine Reihe von Unglaublichkeiten. Wer dem nicht glaubt, kann auch bei den Landes- oder dem Bundesrechnungshof nachschauen. Fakt ist: Politiker können nicht mit Geld umgehen - auch nicht die von der CDU. Ist ja auch einfach: man gibt ja nicht das eigene Geld aus. Dann kann man auch Subventionen etwa an die Agrarwirtschaft verschenken, doppelte Amtssitze (Berlin und Bonn) finanzieren, oder völlig sinnfreie Reisen unternehmen. Und wenn dann noch was über ist, gibt es Entwicklungshilfe. Ist der Topf leer, erhöht man halt die Steuern - oder erfindet neue, natürlich nur zeitlich begrenzt (Sektsteuer, Solidaritätszuschlag...). Wir Deutsche lassen uns ja nur zu gern für blöd verkaufen.
HansFan 14.06.2017
5. Kann mir mal jemand folgenden Satz erklären?
"Steuern nerven, sind aber wichtig - gerade im Jahr der Bundestagswahl." Steuern nerven. Stimmt, kann ich voll und ganz bestätigen. Steuern sind wichtig. Selbstverständlich. Darüber müssen wir nicht diskutieren. Sie sind gerade im Jahr der Bundestagswahl wichtig. Das verstehe ich nicht! Was macht Steuern gerade in einem Jahr wichtig, in dem der Bundestag gewählt wird?
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