Energiekrise Verbraucherschutzchefin drängt auf Entlastungen für Geringverdiener

Energiesparen bleibe das Gebot der Stunde, betont Verbraucherzentralen-Chefin Ramona Pop – dafür müsse die Politik dringend auch den Handwerkermangel eindämmen. Die Deutschen decken sich derweil mit Elektroheizungen ein.
Gaszähler (Symbolbild)

Gaszähler (Symbolbild)

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Jörg Sarbach / dpa

Die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Ramona Pop, hat angesichts steigender Energiepreise zielgerichtete finanzielle Hilfen für Haushalte mit geringem Einkommen gefordert. »Sie haben zunehmend Schwierigkeiten, die hohen Energierechnungen zu zahlen«, sagte Pop der »Rheinischen Post«.

»Wenn die Gasumlage und weitere Belastungen im Oktober kommen, muss das neue Hilfspaket der Bundesregierung stehen«, sagte Pop, die Sorge der Menschen sei angesichts der steigenden Preise groß. »Die Energieberatung der Verbraucherzentralen berät längst nicht mehr nur zu Energiespartipps, sondern leistet Sozialarbeit.«

Damit Menschen mehr Gas einsparen könnten, müsse die Bundesregierung zudem etwas gegen den Handwerkermangel tun, sagte Pop der Zeitung. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher, die technische Maßnahmen zur Senkung ihres Gasverbrauchs ergreifen wollten, scheiterten an Engpässen. »So sind derzeit die Wartezeiten für die Umrüstung auf elektrisch betriebene Wärmepumpen oder die Installation von Fotovoltaikanlagen auf dem eigenen Dach sehr lang.«

Aber auch Elektroheizungen sind gefragt.

Vor dem Hintergrund einer drohenden Gasknappheit  setzen einer Umfrage zufolge viele Bürgerinnen und Bürger auf Strom als Alternative. In einer Umfrage des Vergleichsportals Verivox gaben zehn Prozent der Befragten an, sich in den vergangenen sechs Monaten einen Heizlüfter, Heizstrahler oder einen Radiator gekauft zu haben. Elf Prozent planen, dies zu tun, und 19 Prozent denken darüber nach.

Boom löst Bedenken aus

Die Umfrage fand nicht nur unter Gaskunden statt, sondern sie war repräsentativ für die Bevölkerung im Alter von 18 bis 69 Jahren. Die Zahlen sind hoch, auch weil nur etwa die Hälfte der deutschen Haushalte mit Gas heizt. Ein Viertel tut dies mit Öl und der Rest zum Beispiel mit Fernwärme.

Der Boom bei den Elektroheizungen löst Bedenken aus . So hatten der Elektrotechnik-Verband VDE und der Gaswirtschaftsverband DVGW unlängst darauf hingewiesen, dass der massenhafte Einsatz von Heizlüftern zu einer Überlastungssituation führen und einen Stromausfall verursachen könnte. Sinnvoller sei die maßvolle Nutzung von Gasheizungen und die Steigerung von deren Effizienz.

hba/dpa
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