Energiespardebatte Ministerpräsident Günther duscht seit Jahren morgens eiskalt

Seit der Gaskrise ist auch die morgendliche Dusche politisch. Schleswig-Holsteins Regierungschef hat dazu nun seine Gewohnheiten preisgegeben. Nur zum Haarewaschen drehe er etwas wärmer.
Daniel Günther: Ministerpräsident der Kaltduscher?

Daniel Günther: Ministerpräsident der Kaltduscher?

Foto: Marcel von Fehrn / Eibner / IMAGO

Schleswig-Holstein scheint ein Land der Kaltduscher zu sein. Erst hatte der in Strande bei Kiel beheimatete Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) vor einigen Wochen in der Debatte über das Energiesparen berichtet: »Ich dusche überwiegend kalt. Insofern kann ich das vielen Menschen empfehlen. Man ist auch frisch morgens, wenn man kalt duscht.«

Nun legt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther nach. Er dusche eigenen Angaben zufolge seit vielen Jahren morgens sogar eiskalt – auch im Winter. »Nur beim Haarewaschen muss ich ein bisschen wärmer drehen, sonst schäumt es ja nicht«, sagte der CDU-Politiker der »Bild«-Zeitung . Um Energie zu sparen, verzichte er zudem im Moment auf die Sauna.

Seine Aussage kann durchaus als Spitze gegen den bayerischen Ministerpräsidenten und Unionspartner Markus Söder (CSU) verstanden werden. Der hatte in der Frage, inwieweit derartige persönliche Verhaltensänderungen die drohende Gaskrise in Deutschland bewältigen können, dem SPIEGEL gesagt : »Die Wahrheit liegt nicht in der Dusche, sondern in der Gasleitung.«

Wohlhabende sollten Swimmingpools nicht mehr heizen

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sieht das mitunter anders. Der ebenfalls aus Schleswig-Holstein – und sogar noch weiter nördlich, nämlich aus Flensburg – stammende Grünenpolitiker riet zuletzt etwa: »Regelmäßig das Eisfach abtauen, Duschkopf wechseln oder in Büros die Beleuchtung auf LED umstellen.« Seine Hoffnung im Kampf gegen die Energiekrise: Wenn alle ein bisschen was tun, bringt das in der Summe viel.

Dem SPIEGEL verriet  er im Juni, auch selbst mit gutem Beispiel vorangehen zu wollen. »Meine Duschzeit habe ich noch mal deutlich verkürzt«, sagte er. Und: »Ich hab noch nie in meinem Leben fünf Minuten lang geduscht. Ich dusche schnell.« Über die Duschtemperatur sagte Habeck damals jedoch nichts.

Weitere konkrete Tipps zum Energiesparen erteilte CDU-Ministerpräsident Günther übrigens nicht. »Jeder Bürger weiß selbst am besten, worauf er vielleicht verzichten könnte. Wichtig ist mir: Finanziell Privilegierte sollten mit gutem Beispiel vorangehen.« Als Möglichkeit nannte er, private Swimmingpools nicht mehr zu beheizen.

Günther forderte zudem den Bund auf, Unterschiede bei den Strompreisen zwischen Nord- und Süddeutschland abzuschaffen. »Schleswig-Holsteiner müssen mehr für Strom zahlen als die Bayern, weil wir mehr erneuerbare Energien ins Netz einspeisen und dafür höhere Netzentgelte zahlen. Das muss der Bund ändern«, forderte Günther.

apr/dpa
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