Energiewende Behörde schließt Atomkraftwerk als Kaltreserve aus

Das Aus der acht alten Atomkraftwerke in Deutschland ist besiegelt: Die Bundesnetzagentur hat sich dagegen ausgesprochen, einen der Altmeiler für die Notfall-Stromversorgung bereit zu halten. Statt dessen werden konventionelle Kraftwerke als Reserve genutzt.  


Berlin - Klares Nein zu einem umstrittenen Vorhaben: Die Bundesnetzagentur will keines der acht stillgelegten Atomkraftwerke zur Überbrückung möglicher Stromengpässe im Winterhalbjahr nutzen. Das teilte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth, in Berlin mit. Stattdessen sollen konventionelle Kraftwerksblöcke als sogenannte Kaltreserve genutzt werden.

Die Bundesregierung hatte im Juni vereinbart, diese Option zu prüfen, um gerade im Winter für mögliche Stromengpässe gewappnet zu sein. Nachdem aber Baden- Württemberg die Erlaubnis erteilen will, Block 3 des Kohlekraftwerks Mannheim als Ersatzkapazität zur Verfügung zu stellen, könnte dies als Reserve ausreichen.

Zudem werde mit zwei weiteren Kraftwerkblöcken im Rhein-Neckar-Raum sichergestellt, dass genug Reserveleistung zur Verfügung stünden, betonte die Netzagentur. Damit ist das Aus für alle acht Meiler endgültig. Die Bundesländer hatten schon zuvor darauf gedrungen, auf ein AKW als "Kaltreserve" zu verzichten.

cte/Reuters/dpa



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Tastenhengst, 31.08.2011
1. Nicht ganz sinnvoll
Zitat von sysopDas Aus der acht alten Atomkraftwerke*in Deutschland ist besiegelt: Die Bundesnetzagentur hat sich dagegen ausgesprochen, einen der Altmeiler*für die Notfall-Stromversorgung*bereit zu halten. Statt dessen werden konventionelle Kraftwerke als Reserve genutzt.** http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,783495,00.html
Leider ist das Ereignis eines besonders kalten Winters mit einer Unterbrechung der Kohleversorgung korreliert, nämlich wenn Rhein und Landverkehrswege zufrieren. Ein AKW hingegen kann recht lange arbeiten, ohne einen LKW mit neuem Uranbrennstoff (entspricht mehreren Hochseefrachtern voll Kohle) zu benötigen. Aber ganz viele technikkritische Deutsche werden jetzt beruhigt sein.
fordp 31.08.2011
2. schon einmal vom wort...
Zitat von TastenhengstLeider ist das Ereignis eines besonders kalten Winters mit einer Unterbrechung der Kohleversorgung korreliert, nämlich wenn Rhein und Landverkehrswege zufrieren. Ein AKW hingegen kann recht lange arbeiten, ohne einen LKW mit neuem Uranbrennstoff (entspricht mehreren Hochseefrachtern voll Kohle) zu benötigen. Aber ganz viele technikkritische Deutsche werden jetzt beruhigt sein.
...vorratshaltung gehört? übrigens hat ein atommeiler nicht mehr oder weniger mit technik zu tun als ein kohlekraftwerk oder ein windrad. technikkritisch sind da eher sie, da sie die neuen möglichkeiten nicht wollen um das alte zu erhalten.
Peterchen01 31.08.2011
3. Jede Technologie hat eine Achillesferse, manche sogar ein paar mehr als Füße ...
Zitat von TastenhengstLeider ist das Ereignis eines besonders kalten Winters mit einer Unterbrechung der Kohleversorgung korreliert, nämlich wenn Rhein und Landverkehrswege zufrieren. Ein AKW hingegen kann recht lange arbeiten, ohne einen LKW mit neuem Uranbrennstoff (entspricht mehreren Hochseefrachtern voll Kohle) zu benötigen. Aber ganz viele technikkritische Deutsche werden jetzt beruhigt sein.
Leider ist das Ereignis eines besonders kalten Winters mit einer Unterbrechung der Kühlwasserzufuhr korreliert, nämlich wenn die Kühlmittelspeiseflüsse so weit zufrieren, dass die Ansaugpumpen durch Schollen blockiert werden. Ganz viele technikkritische Deutsche kennen diese (in Fukushima fatale) Abhängigkeit der thermisch nuklearen Reaktoren von stabiler Kühlung, dass so ein AKW eben aufgrund der Zerfallswärme nur reaktiv aber nicht thermisch zügig heruntergefahren werden kann. Einige Deutsche lesen über die nötige Drosselung auch regelmäßig in heißen Sommern in der Zeitung, wenn die Kühlwasserzufuhr durch Niedrigpegel reduziert ist.
syracusa 31.08.2011
4. de facto sind alle 8 AKWs in "Kaltreserve"
Zitat von sysopDas Aus der acht alten Atomkraftwerke*in Deutschland ist besiegelt: Die Bundesnetzagentur hat sich dagegen ausgesprochen, einen der Altmeiler*für die Notfall-Stromversorgung*bereit zu halten. Statt dessen werden konventionelle Kraftwerke als Reserve genutzt.** http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,783495,00.html
Auch als AKW-Gegner muss ich einfach mal feststellen, dass es dabei nicht umn technische Fragen geht, sondern das das rein politisches Geplänkel ist. *De facto sind alle 8 stillgelegten AKWs noch auf Jahre hinaus in der "Kaltreserve".* AKWs lassen sich nämlich nicht von heute auf morgen stillegen. Die Brennstäbe sind noch drin, und sie werden noch auf Jahre in den "stillgelegten" AkWs gelagert werden. Dazu muss die ganze Technik des Akws betriebsbereit gehalten werden. Es müssen sogar noch beispielsweise Notstromaggregate in den "stillgelegten" AKWs durch nagelneue ersetzt werden, wenn der TÜV-Stempel der alten abläuft.
landei16 31.08.2011
5. Waaaas!?
Zitat von fordp...vorratshaltung gehört? übrigens hat ein atommeiler nicht mehr oder weniger mit technik zu tun als ein kohlekraftwerk oder ein windrad. technikkritisch sind da eher sie, da sie die neuen möglichkeiten nicht wollen um das alte zu erhalten.
Kohlekarfwerke als "neue Technik" zu verkaufen ist jetzt der beste Witz des Tages. Block 3 des Krafwerks Mannheim ist nun auch nicht der neueste und dient schon seit 2006 nur noch als Reserve. Auch wenn ich von einem KKW als Kaltreserve ebenfalls nichts halte, so muß ich bei dem zitierten Eintrag doch ein bisschen den Kopf schütteln.
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