Energiewende Briten planen größtes Batterienetz der Welt

Wenn immer mehr Strom aus Wind- und Solaranlagen kommt, wird die Versorgung immer unsicherer. Großbritannien will nach SPIEGEL-Informationen deshalb ein tief greifendes Update seiner Stromnetze durchführen.
Offshore-Windanlage in Great Yarmouth

Offshore-Windanlage in Great Yarmouth

Foto: Darren Staples/ REUTERS

In Großbritannien soll in den kommenden Jahren das weltweit größte Netz an Batteriespeichern entstehen. Das erfuhr der SPIEGEL aus Branchenkreisen.

Das Unternehmen Pivot Power und der Netzbetreiber National Grid wollen demnach 45 Batteriespeicher mit einer Leistung von je 50 Megawatt an neuralgischen Punkten des Stromnetzes in England, Schottland und Wales anschließen. Die ersten zehn davon sollen in den kommenden 18 Monaten einsatzbereit sein.

Geplantes Batterie-Netzwerk

Geplantes Batterie-Netzwerk

Foto: Pivot Power

Insgesamt soll ein nationales Netz aus Batteriespeichern mit einer Leistung von mehr als zwei Gigawatt entstehen, das entspricht der von zwei kleinen Atomkraftwerken.

Das Batterienetz dient dazu, überschüssigen Strom aus Solar- und Windanlagen zwischenzuspeichern und in Zeiten von Stromknappheit zurück ins Netz zu speisen. Es soll genug Strom bereithalten, um 235.000 Haushalte einen Tag lang zu versorgen und ist damit ein wichtiger Baustein, damit die Stromversorgung sicher und stabil bleibt, wenn ein immer höherer Anteil von Elektrizität aus diesen unsteten Quellen kommt.

Zusätzlich zu den Batteriespeichern will Pivot Power zudem das weltgrößte Netz an Schnellladestationen für elektrische Autos bauen.

Finanziert wird das 1,6 Milliarden Pfund teure Zukunftsprojekt unter anderem von Auto- und Energiefirmen und dem Investor Downing LLP, der auch eine Crowd-Funding-Plattform betreibt.

In Deutschland blickt man mit einer Mischung aus Bewunderung und Neid über den Ärmelkanal. "Die Briten zeigen, wie die Herausforderungen der Elektromobilität gelöst und zugleich die Netzstabilität erhöht werden kann", sagt Simone Peter, die Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie, dem SPIEGEL. "Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie Probleme gelöst werden können, statt sie aufzubauschen."