Energiewende Seehofers Extrawunsch kostet Stromkunden Milliarden

Zwischen drei und acht Milliarden Euro: So hoch könnten die Mehrkosten für die Erdverkabelung der Nord-Süd-Stromtrassen ausfallen. Bayern beharrte nach heftigem Streit über dieses Thema auf einem höheren Anteil von Stromkabeln unter der Erde.
Hochspannungsleitung in Niedersachsen (Archiv): Stromkunden müssen die Mehrkosten tragen

Hochspannungsleitung in Niedersachsen (Archiv): Stromkunden müssen die Mehrkosten tragen

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Der von den Koalitionsspitzen im Sommer verabredete Vorrang für Erdkabel beim Bau der großen Stromtrassen wird Milliarden kosten. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte, dürften die zusätzlichen Kosten für die Erdverkabelung von Gleichstromtrassen zwischen drei und acht Milliarden Euro liegen. Die Mehrkosten müssen die Stromkunden über die Netzentgelte bezahlen.

Umgekehrt dürfte aber auch viel Geld gespart werden, wenn durch einen raschen Leitungsausbau Engpässe im Stromnetz vermieden werden. Um das Netz bei schwankendem Wind- und Sonnenstrom stabil zu halten, sind hohe Ausgaben notwendig. Der Netzbetreiber 50Hertz geht für das laufende Jahr bundesweit von 500 Millionen Euro aus.

Anfang Juli hatten sich CDU-Chefin Angela Merkel, SPD-Chef Sigmar Gabriel und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer nach monatelangem Streit über neue Überland-Trassen beim Ausbau der Stromnetze geeinigt. Um Bayerns Ministerpräsident entgegenzukommen, sollen bei den neuen Nord-Süd-Stromautobahnen stärker bestehende Trassen genutzt werden. Auch sollen vorrangig Erdkabel verlegt werden. Die Regierung will den Beschluss vom Sommer in Kürze umsetzen.

mka/dpa