Energiewende Oettinger rät E.on und RWE zur Fusion

Günther Oettinger hat gute Ratschläge für E.on und RWE: "Bei allem Respekt", sagt der EU-Kommissar. Deutschlands Energieriesen seien im Weltmaßstab "nur Regionalliga". Um künftig mit Giganten wie Exxon oder Gazprom zu konkurrieren, sollten sie eine Fusion erwägen.

EU-Energiekommissar Oettinger: "Nur Regionalliga"
DPA

EU-Energiekommissar Oettinger: "Nur Regionalliga"


Düsseldorf - Günther Oettinger gibt Deutschlands Energiekonzernen offenbar gern Ratschläge. Zum Beispiel den folgenden: E.on Chart zeigen und RWE Chart zeigen sollten fusionieren.

"Bei allem Respekt", sagte der EU-Energiekommissar der "Rheinischen Post". Im Weltmaßstab seien die beiden Energieriesen "nur Regionalliga". "Will Deutschland in der Weltliga mitspielen, die von Konzern wie Exxon, Chevron oder Gazprom dominiert wird, brauchen wir einen nationalen Player von entsprechender Größe."

Eine Fusion könne da helfen, sagte der CDU-Politiker. Vorausgesetzt es ließen sich alle wettbewerbsrechtlichen Probleme ausräumen. Mehr Wachstum und Stärke könne sich aber auch aus einer engeren Verbindung mit den Stadtwerken und den Kommunen Deutschlands ergeben.

E.on wollte die Äußerungen von Oettinger nicht kommentieren. RWE nahm bislang nicht Stellung.

Deutschlands Atomkonzerne sind vom Atomausstieg kalt erwischt worden. Jahrelang scheffelte zum Beispiel Deutschlands größter Energiekonzern E.on massenhaft Geld: Noch 2010 betrug der Gewinn 6,3 Milliarden Euro. Für 2011 wird der Konzern erstmals einen Verlust ausweisen, Experten rechnen mit mehr als einer Milliarde Euro. E.on kündigte an, bis zu 11.000 Stellen abzubauen, auch RWE und EnBW wollen Arbeitsplätze streichen.

Zur Frage, ob er für oder gegen Atomkraft sei, antwortete Oettinger der "Rheinischen Post" nur ausweichend. "Ich plädiere nicht für den Bau neuer Atomkraftwerke, und ich fördere ihn auch nicht", sagte er. "Ich rechne schlicht und einfach damit, weil alles andere nicht realistisch ist. Aber wenn in verschiedenen Mitgliedstaaten der EU neue Atomkraftwerke gebaut werden, dann bitte auf dem höchstmöglichen Sicherheitsstandard."

Der Energiekommissar plädierte zudem dafür, stromintensive Industrien im Rahmen der Energiewende zu entlasten. "Bei Gesprächen mit Unternehmen wie Trimet oder ThyssenKrupp höre ich immer wieder, wie sehr die Industrie unter den hohen Strompreisen leidet", sagte er. "Wenn sie deshalb Deutschland verlässt, wird das CO2 nur an anderer Stelle freigesetzt. Damit ist dem Klima nicht geholfen."

ssu/dpa-AFX

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goethestrasse 10.01.2012
1.
Warum brauchen wir die Global Player bei uns ? wir haben weder selbst Öl noch Gas. Der Wettbewerb funktioniert schon jetzt nicht in Deutschland.
Kaygeebee 10.01.2012
2.
Schön, dann haben wir statt vier den marktbeherrschenden Mafiaunternehmen nur noch drei. Das macht die Preisabsprachen sicherlich etwas einfacher, schließlich muss man dann nur noch drei zwei andere Konzerne überzeugen. Ehrlich, um international wettbewerbsfähig zu sein wird die Schlinge um den Hals der deutschen Verbraucher immer enger geschnürt? Wir haben doch jetzt schon ein Angebotsoligopol. Und Herr Oettinger ist sicherlich ganz uneigennützig für die Fusion... so wie Schröder sich uneigennützig für Gazprom eingesetzt hat x-(
Reiner_Habitus 10.01.2012
3. -
Zitat von sysopGünther Oettinger hat gute Ratschläge für*E.on und RWE: "Bei allem Respekt", sagt der EU-Energieminister. Deutschlands Energieriesen seien im Weltmaßstab "nur Regionalliga". Um künftig mit Giganten wie Exxon oder Gazprom zu konkurrieren, sollten sie eine Fusion erwägen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,808117,00.html
Wenn Oettinger dass sagt, dann sollten sich die beiden Konzerne ans Herz fassen und auf gar keinen Fall fusionieren.
rodelaax 10.01.2012
4. Na Super, Oettinger
Zitat von sysopGünther Oettinger hat gute Ratschläge für*E.on und RWE: "Bei allem Respekt", sagt der EU-Energieminister. Deutschlands Energieriesen seien im Weltmaßstab "nur Regionalliga". Um künftig mit Giganten wie Exxon oder Gazprom zu konkurrieren, sollten sie eine Fusion erwägen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,808117,00.html
Dann will die Politik also langfristig aus dem Energie-Oligopol ein Monopol machen. Großartig.
kanadasirup 10.01.2012
5. Ausgerechnet?
Ausgerechnet ein EU-Kommissar muss sowas vorschlagen? Die Burschen haben doch mit ihrer "Deregulierung" und "Liberalisierung" die Krise von E.ON und RWE erst verursacht. Aber jetzt, wo alles in kleine Teile zerschlagen ist, merkt man, dass Gazprom und Exxon wie die Geier über der Wüste schweben. Jaaaa, das ist politische Weitsicht!
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