Energiewende Altmaier will "globale Vorreiterrolle" bei CO2-freiem Wasserstoff

Die Regierung setzt auf Wasserstoff aus regenerativen Energien. Bundeswirtschaftsminister Altmaier will nach SPIEGEL-Informationen die Produktion jetzt vorantreiben - mit "Energiepartnerschaften".
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat seine nationale Wasserstoffstrategie vorgestellt

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat seine nationale Wasserstoffstrategie vorgestellt

Foto: Britta Pedersen/ dpa

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat seinen Entwurf für eine nationale Wasserstoffstrategie fertiggestellt. Damit soll sich Deutschland die "globale Vorreiterrolle" in dieser für die Energiewende entscheidenden Technologie sichern, heißt es in dem Regierungspapier, das dem SPIEGEL vorliegt und derzeit in der Abstimmung mit anderen Ministerien ist. Wasserstoff soll demnach als CO2-freier Energieträger dienen, der aus regenerativen Energien hergestellt werden soll. Altmaier hat dafür einen Aktionsplan mit fünf Handlungsfeldern aufgestellt.

Zunächst gehe es darum, den Stoff in industriellem Maßstab herzustellen. Bis 2030 sollen 20 Prozent des in Deutschland verbrauchten Wasserstoffes aus nachhaltigen Quellen wie Wind- und Solarkraft stammen. Dazu will die Bundesregierung Elektrolyse-Kapazitäten fördern. Geplant sind laut Plan drei, möglichst fünf Gigawatt.

Weil grüner Wasserstoff gerade in den kommenden Jahren ein knappes Gut sein wird, will Altmaier bestimmte Einsatzgebiete in Verkehr, Industrie und im Wärmebereich priorisieren. Dazu notwendig wird auch eine entsprechende Infrastruktur sein, um das leicht entzündliche Gas zu transportieren und zu verteilen.

Tankstellennetz und Industrie sollen priorisiert werden

"Ein besonderer Fokus muss auf den Ausbau des Wasserstoff-Tankstellennetzes und auf die Versorgung der Industrie gelegt werden", heißt es in der Strategie. Die Bundesregierung wird dazu noch stärker als bislang die Erforschung von Herstellung und Einsatz von Wasserstoff fördern. Außerdem soll bis Ende März ein beratendes Gremium gegründet werden: Der sogenannte Nationale Wasserstoffrat soll aus bis zu 13 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft bestehen.

Altmaier geht davon aus, dass nicht Deutschland allein in der Lage ist, den benötigten Bedarf herzustellen. "Deutschland wird einen Großteil des künftigen Bedarfs an CO2-freiem, bzw. CO2-neutralem Wasserstoff importieren müssen", heißt es in der Strategie. Dazu wolle man "Energiepartnerschaften" mit Erzeugerländern eingehen.

Die Bundesregierung nennt insbesondere Staaten in Afrika, die man mit Anlagen zur Produktion erneuerbaren Stroms ausstatten will. Dieser Strom wird neben Wasser gebraucht, um in den Elektrolyse-Anlagen Wasserstoff herstellen zu können. Auch dieses Gerät soll aus Deutschland stammen.

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