DIW-Studie Deutsche vererben nur 62 Milliarden Euro pro Jahr

In Deutschland wird laut einer DIW-Studie nur ein Bruchteil dessen vererbt, was bisher angenommen wurde. Die Experten glauben: Selbst eine massive Erhöhung der Erbschaftsteuer brächte dem Staat kaum mehr Geld.
Testament: Vererbte Summe offenbar nur Bruchteil des bislang Angenommenen

Testament: Vererbte Summe offenbar nur Bruchteil des bislang Angenommenen

Foto: DPA

Berlin - In Deutschland wird offenbar doch nicht so viel vererbt wie bisher gedacht: Pro Jahr würden in Deutschland laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nur rund 62 Milliarden Euro vererbt. Das berichtet das "Handelsblatt", dem das DIW-Papier vorliegt. Bislang waren Ökonomen davon ausgegangen, dass das Volumen der vererbten Vermögen bei bis zu 250 Milliarden Euro pro Jahr liege - also viermal so hoch.

Am Dienstag verhandelt das Bundesverfassungsgericht über die Erbschaftsteuer. Dabei geht es um die Frage, ob die bislang geltende Ausnahme von Betriebsvermögen der Verfassung widerspricht. Selbst wenn alle Erben gleich hohe Erbschaftssteuersätze zahlen müssten und Betriebsvermögen nicht mehr ausgenommen wären, würde dies dem Staat kaum Mehreinnahmen bringen, argumentierte der DIW-Steuerexperte Stefan Bach.

Das DIW hatte die Studie im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen angefertigt. Die Oppositionspartei rückt deswegen bereits von ihrem Steuerkonzept aus dem vergangenen Bundestagswahlkampf ab, das eine höhere Erbschaftsteuer vorsah: "Die Vorstellung, wir könnten das Erbschaftsteueraufkommen verdoppeln und so mehr Gerechtigkeit schaffen, trägt so nicht", sagte die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt dem "Handelsblatt".

ade/dpa
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