Erfolg der Apothekerlobby Union und FDP wollen Wettbewerb einschränken

Da freuen sich die Apotheker: Union und FDP wollen die Abgabe von Medikamenten über Drogerien und andere Geschäfte wieder verbieten. Diese Möglichkeit gab es seit 2004.
Schlecker-Filiale: Auch die Drogeriekette war in den Handel mit Arzneimitteln eingestiegen

Schlecker-Filiale: Auch die Drogeriekette war in den Handel mit Arzneimitteln eingestiegen

Foto: Joerg Sarbach/ AP

Berlin - Union und FDP scheinen sich einig zu sein: Eine Abgabe von Arzneimitteln über sogenannte Pick-Up-Stellen in Drogerien und Supermärkten soll es künftig nicht mehr geben. Ziel sei es, "Auswüchse" beim Versandhandel zu bekämpfen, heißt es im Entwurf der Arbeitsgruppe Gesundheit für den Koalitionsvertrag. Die letzte Entscheidung darüber liegt bei der großen Koalitionsrunde.

Drogeriemärkte und andere Geschäfte können seit 2004 Medikamente bei Versandapotheken bestellen und sie an "Pick-up"-Stellen an ihre Kunden abgeben. Vor allem die Apotheker fürchten sich jedoch vor dieser Konkurrenz und hatten stets behauptet, durch die Abgabe von Medikamenten durch fachfremde Stellen sei die Arzneimittelsicherheit gefährdet.

Künftige Finanzierung des Gesundheitwesens strittig

Union und FDP wollen zudem die Preise für neue Arzneimittel stärker am Nutzen des Medikaments ausrichten. Künftig müssten Kosten und Nutzen "nach klaren, eindeutigen Kriterien" bewertet werden, heißt es in dem Papier. Die bisherigen Verfahren dazu müssten überprüft werden, um sie stringenter zu gestalten.

Zudem setzen beide Parteien verstärkt auf Vereinbarungen zwischen Krankenkassen und Pharmaherstellern über den Preis für innovative Medikamente. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern ist der Preis patentgeschützter Medikamente in Deutschland im internationalen Vergleich zu hoch und der zusätzliche Nutzen neuer Präparate teils fraglich. Der Übertritt in die private Krankenversicherung soll nach dem Willen der künftigen Koalitionäre wieder erleichtert werden.

Weil die künftige Finanzierung des Gesundheitswesens bislang strittig ist, müssen darüber die drei Parteichefs Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Guido Westerwelle (FDP) am Wochenende entscheiden.

böl/Reuters
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