Studie Deutsche Großstädte machen mehr Schulden

Trotz hoher Steuereinnahmen steigt die Verschuldung vieler deutscher Großstädte. Besonders betroffen sind Städte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Berlin.
DPA

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Viele deutsche Großstädte geraten trotz hoher Steuereinnahmen und guter Konjunktur immer tiefer in die Schuldenfalle. Nach einer Studie der Wirtschaftsprüfung Ernst&Young (E&Y) hat die Mehrheit der 73 Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern 2015 einen Schuldenanstieg verzeichnet.

Vor allem Städte in Nordrhein-Westfalen wiesen höhere Verbindlichkeiten auf, heißt es in der Studie. 19 der 29 NRW-Großstädte hätten zusätzliche Kredite aufnehmen müssen.

Im Rest Deutschlands hätten dagegen die meisten Städte ihre Verschuldung reduziert. Unterm Strich sei die Gesamtverschuldung aller Großstädte um 0,2 Prozent auf 80,9 Milliarden Euro gesunken. Auf jeden Großstadtbewohner entfielen damit im Schnitt kommunale Schulden in Höhe von 4.099 Euro.

Neben den nordrhein-westfälischen Städten meldeten laut E&Y auch die Großstädte in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen einen weiteren Schuldenanstieg - um 0,9 beziehungsweise 0,5 Prozent. Die ohnehin deutlich geringer verschuldeten Städte in Bayern und Baden-Württemberg hätten ihre Verbindlichkeiten weiter abgebaut.

Die am stärksten verschuldete Großstadt ist laut E&Y Oberhausen, gefolgt von Saarbrücken und Mühlheim an der Ruhr. Die am wenigsten verschuldeten Großstädte sind weiter Braunschweig , Wolfsburg und Jena.

Die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung der ostdeutschen Großstädte sei weiter deutlich niedriger als die der westdeutschen Großstädte. Während sie im Osten seit 2012 um gut vier Prozent gesunken sei, sei die Pro-Kopf-Verschuldung der West-Großstädte im gleichen Zeitraum um 0,2 Prozent gestiegen.

Die positive Konjunktur- und Einnahmenentwicklung der vergangenen Jahre sei an den besonders stark verschuldeten Großstädten offenbar weitgehend vorbei gegangen, erklärte E&Y. Dabei seien die Rahmenbedingungen derzeit günstig. Die Beschäftigung steige, die Steuereinnahmen sprudelten, die Zinsen seien extrem niedrig.

Bei einem Konjunkturabschwung werde sich die Situation rasch verschlechtern. "Um dafür gewappnet zu sein, müsste die Sanierung der kommunalen Finanzen sehr viel schneller vorangehen", schreiben die Autoren.

hej/dpa-AFX



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