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22. August 2018, 11:14 Uhr

Minus von 22 Prozent

Bauernverband meldet "miserable Getreideernte"

Landwirte haben fast ein Viertel weniger Getreide geerntet als im Vorjahr, meldet der Bauernverband. Mancherorts habe es Totalverluste gegeben. Laut einem Bericht will der Bund ein millionenschweres Hilfsprogramm auflegen.

Angesichts der Dürre in vielen Regionen Deutschlands haben die Bauern eine deutlich schlechtere Ernte eingefahren. Bei Getreide ergebe sich in diesem Jahr eine Menge von 35,6 Millionen Tonnen und damit ein Minus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilte der Deutsche Bauernverband in seiner Erntebilanz mit.

Betrachte man die durchschnittliche Menge von 2013 bis 2017 dann betrage der Rückgang bei der Getreideernte sogar 26 Prozent. Bauernpräsident Joachim Rukwied sprach von einer "miserablen Getreideernte".

Hinzu kämen Einbußen bei Kartoffeln, Zuckerrüben und vor allem beim Anbau von Tierfutter. In einigen Regionen lägen die Ernteverluste zwischen 50 und 70 Prozent bis hin zu Totalausfällen. Daher sei es dringend geboten, dass Bund und Länder ein Hilfsprogramm mit Unterstützungsmaßnahmen für die betroffenen Betriebe rasch auf den Weg brächten. "Die konkrete Forderung ist, den Notstand auszurufen", sagte Rukwied. Eine konkrete Zahl zu den erwarteten Hilfen nannte er nicht und betonte, er habe vor 14 Tagen lediglich erklärt, Hilfen von einer Milliarde Euro seien "wünschenswert".

Über eine solche Nothilfe muss Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) entscheiden. Sie legte im Kabinett den amtlichen Erntebericht vor. Auf dessen Basis soll entschieden werden, ob der Bund erstmals seit 2003 wieder wegen einer Dürre Hilfen leistet. Voraussetzung dafür ist, dass Schäden von "nationalem Ausmaß" festgestellt werden. Klöckner will sich dazu am Mittag äußern.

Bund will Hilfe leisten - aber nur wenn Länder mitmachen

Die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) berichteten unter Berufung auf Koalitionskreise, der Bund wolle für betroffene Landwirte ein Hilfsprogramm in dreistelliger Millionenhöhe auflegen. Die Ernteeinbußen wegen Trockenheit und Hitze würden von der Bundesregierung als "Schadensereignis nationalen Ausmaßes" eingestuft, hieß es. Die von den Ländern an den Bund gemeldete bereinigte Schadenssumme liege "unter einer Milliarde Euro" und werde von dem Hilfsprogramm abgedeckt.

Geplant sind demnach einerseits direkte Zuschüsse und andererseits Liquiditätsdarlehen. Die Unterstützung soll dabei an Bedürftigkeit und Betroffenheit geknüpft werden. Landwirtschaftsministerin Klöckner will die Hilfen des Bundes dem RND-Bericht zufolge daran knüpfen, dass die Länder sich zu 50 Prozent an den Kosten beteiligen. Dazu solle "so schnell wie möglich" eine Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern geschlossen werden, hieß es.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren und verwies auf die geplante Pressekonferenz der Ministerin.

Bauernverband sieht höhere Preise als dringend erforderlich

Klöckner hatte klargemacht, dass sie in eine Gesamtbetrachtung auch die momentan deutlich höheren Preise für Getreide einbeziehen will. Rukwied sagte, höhere Erzeugerpreise für Getreide an den internationalen Märkten seien dringend erforderlich. Ackerbauern mit großen Einbußen profitierten aber nur begrenzt, wenn sie keine nennenswerten Mengen zu höheren Preisen absetzen könnten.

mmq/dpa/AFP

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