5,5 Milliarden Euro Erzbistum München ist noch reicher als alle anderen

Das Erzbistum München legt erstmals sein Vermögen offen - und siehe da: Es ist noch reicher als alle anderen. Paderborn kommt nur noch auf den zweiten Platz.

Dienstgebäude des Erzbischöflichen Ordinariats in München
DPA

Dienstgebäude des Erzbischöflichen Ordinariats in München


Das Erzbistum München hat erstmals sein Vermögen bewertet und ist auf fünfeinhalb Milliarden Euro gekommen - ein Spitzenwert in Deutschland. Einen großen Teil der Summe hat die Kirche Stiftungen zugewiesen, die dem direkten Zugriff des Erzbistums entzogen sind. Dieses Vermögen werde von unabhängigen Verwaltern betreut, teilte das Erzbistum mit.

Die Erträge dürfen nur zweckgebunden für Seelsorge, Wohlfahrtspflege und Bildung verwendet werden, wie Generalvikar Peter Beer sagte.

Die drei Stiftungen, die etwa Kindergärten und Schulen verantworten oder soziale Einrichtungen inklusive der Flüchtlingshilfe, verfügen nun über jeweils deutlich mehr als 600 Millionen Euro.

Das eigentliche Erzbistum verfügt nach Übertragung der Vermögenswerte mit insgesamt rund 3,3 Milliarden Euro Bilanzsumme noch immer über den Löwenanteil der 5,5 Milliarden Euro. Die 3,3 Milliarden Euro setzen sich im Wesentlichen aus 1,3 Milliarden Euro vor allem an Immobilienvermögen, 1,5 Milliarden Euro an Finanzanlagen sowie rund 440 Millionen Euro an liquiden Mitteln zusammen.

München ist mit der Bewertung seines Vermögens spät dran. Nach dem Finanzskandal um den damaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Jahr 2013 hatten sich einige der 27 katholischen Diözesen in Deutschland entschieden, ihr Vermögen zu veröffentlichen.

Bisher galten Paderborn mit rund 4 Milliarden Euro Vermögen und Köln mit 3,4 Milliarden Euro als die reichsten Bistümer, wie die Grafik zeigt:

sep/dpa



insgesamt 193 Beiträge
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bestpiet 20.06.2016
1. Gut aufgehoben...
Das Vermögen hört sich riesig an. Es sind aber auch Millionen von Gläubigen und auch dazu Millionen von nicht Gläubigen, die davon begünstigt werden. Ohne die Kirchen würde der Staat die entsprechenden Dienstleistungen, die auch aus den Erträgen der Besitztümer fliessen, viel teurer produzieren. Ausserdem ist ein Grossteil des Besitzes aus Erbschaften entstanden, die zweckgebunden sind. Es gehört zur Freiheit der Erblasser ihr Vermögen der Kirche zu überlassen. Es wäre nur wünschenswert, wenn die Kirche an ihrem Reichtum nicht erstickt. Die Kritik von Papst Benedikt dahingehend (nicht eine Kirche der Funktionäre, sondern des Glaubens zu sein) hat an Berechtigung in vielen Fällen noch nichts verloren. Daran muss weiter gearbeitet werden. Das viele Geld macht die Arbeit nicht leichter...
The Realist 20.06.2016
2. Sinnvolle Investitionen
Ich bin überzeugt, dass das Geld bei der katholischen Kirche in guten Händen ist. Die wissen es richtig zu investieren, sei es in First-Class Flüge für die Kirchenoberen oder in Prunkbauten für die Bischöfe.
fleischzerleger 20.06.2016
3.
Bei der Summe sind ja eine Menge Wohltaten drin. Vor allem, wenn viele der laufenden Kosten wie z.B. bischöfliche Gehälter (10.000 Euro/Monat) vom Steuerzahler übernommen werden. Moslems finanzieren Christen, die Welt ist schräg.
misterknowitall2 20.06.2016
4. unglaublich!
Und warum wird weiter Kirchensteuer kassiert? warum bezahlt der Staat weiter für die Kirche? aber die angestellten unter Tarif bezahlen. was für ein Verein..... schämen sollten die sich. verraten die eigenen glaubensgrundsaetze.
micsei 20.06.2016
5. 15 Milliarden, 6 Bistümer
Wieviel Vermögen gibt es insgesamt? Woher kommt es, wem wurde es genommen?
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