Milliardenförderung Europa will Energiewende anschieben

Die Energiewende erfordert dringend neue Trassen für Strom und Gas - nun will EU-Kommissar Günther Oettinger nach SPIEGEL-Informationen 5,8 Milliarden Euro für neue Stromautobahnen und Gasleitungen ausgeben. Mehr als zehn Prozent der geförderten Projekte entfiele auf Deutschland.
EU-Energiekommissar Oettinger: 5,8 Milliarden Euro für Infrastruktur

EU-Energiekommissar Oettinger: 5,8 Milliarden Euro für Infrastruktur

Foto: Olivier Hoslet/ picture alliance / dpa

Am Montag wird EU-Energiekommissar Günther Oettinger eine Liste mit weit mehr als 200 Infrastrukturprojekten präsentieren, die die EU mit insgesamt 5,8 Milliarden Euro fördern will. In Deutschland können 22 Großprojekte aus dem Energiesektor von Förderkrediten oder Bauzuschüssen profitieren, geht aus Unterlagen hervor, die dem SPIEGEL vorliegen.

So sind etwa Stromautobahnen zwischen Wilster (Schleswig-Holstein) und Grafenrheinfeld (Bayern), Eisenhüttenstadt und dem polnischen Plewiska oder zwischen dem dänischen Kassö, Hamburg und Dollern aus Sicht der EU förderfähig. Sie werden beispielsweise benötigt, um den überschüssigen Strom von den Windturbinen des Nordens nach Süden zu transportieren.

Außer Stromtrassen stehen europaweit rund hundert Gasprojekte auf der EU-Förderliste. In Deutschland sollen beispielsweise Gasleitungen nach Belgien (Eynatten), Österreich (Übergang Haiming/Überackern) und Italien (Tarvisio) ausgebaut werden.

Weitere Fakten und Hintergründe zu den Plänen der EU-Kommission finden Sie in der ausführlichen Berichterstattung im neuen SPIEGEL.

Die EU will außerdem erreichen, dass ihre Top-Projekte innerhalb von spätestens dreieinhalb Jahren eine beschleunigte Baugenehmigung erhalten. Bisher waren viele Projekte der Energiewende an lokalen Bürgerprotesten gescheitert.

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