Handelsstreit mit USA EU erwägt Strafzölle auf Harleys und Whiskey

Die EU-Kommission rüstet sich offenbar für einen Handelskrieg mit den USA: Laut einem Zeitungsbericht will die Behörde mögliche Importbeschränkungen aus Übersee binnen Tagen kontern.
Harley-Davidson

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Foto: Gabriele Putzu/ dpa

Die Europäische Union bereitet sich einem Zeitungsbericht zufolge auf einen möglichen Handelskrieg mit den USA vor. Sollten die dort geplanten Importbeschränkungen auf Stahl und Aluminium auch europäische Unternehmen treffen, könnte die EU binnen Tagen mit Gegenzöllen auf amerikanische Produkte reagieren, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") .

Im Fokus stünden demnach insbesondere landwirtschaftliche Exportprodukte, darunter Kartoffeln und Tomaten sowie Orangensaft aus dem Bundesstaat Kalifornien. Darüber hinaus wollten die Europäer die Regierung von Donald Trump durch Gegenzölle auf Produkte treffen, die für die Wahlkreise von Unterstützern des Präsidenten wirtschaftlich interessant seien.

Dazu gehören den Angaben zufolge Motorräder, weil der Hersteller Harley-Davidson seinen Sitz in Wisconsin hat, aus dem der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, stammt.

Genannt werde zudem Bourbon-Whiskey aus Tennessee sowie Kentucky, der Heimat des Mehrheitsführers im Senat, Mitch McConnell.

Die Giftliste der EU stammt laut "FAZ" schon aus der Zeit des letzten großen Handelsstreits unter Präsident George W. Bush, sei aber seither angepasst worden.

Wegen weltweiter Überkapazitäten schwelt seit Jahren ein Streit über Strafzölle für Stahl und Aluminium zwischen den USA, der EU und China. US-Handelsminister Wilbur Ross hatte Trump mehrere Möglichkeiten vorgelegt, heimische Hersteller vor ausländischen Einfuhren zu schützen. Sie basieren auf einem Gesetzespassus, demzufolge der Präsident Einfuhrbeschränkungen erlassen kann, wenn dies der nationalen Sicherheit dient.

ssu/Reuters
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