Coronakrise EU-Gipfel billigt 500-Milliarden-Euro-Hilfspaket

Die EU-Finanzminister haben ein 500-Milliarden-Euro-Paket gegen die Krise geschnürt. Jetzt hat der EU-Gipfel das Paket angenommen und einen Fonds für den Aufbau nach Corona auf den Weg gebracht.
Finanzminister Olaf Scholz (SPD)

Finanzminister Olaf Scholz (SPD)

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Der EU-Gipfel hat das vereinbarte Paket mit Kredithilfen von bis zu 540 Milliarden Euro für Kurzarbeiter, Unternehmen und verschuldete Staaten gebilligt. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern. Auch der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte, der zuletzt noch Vorbehalte gegen Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm ESM hatte, habe nicht widersprochen, hieß es. Die Hilfen sollen zum 1. Juni bereitstehen.

Bei dem virtuellen EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs zu einem Wiederaufbaufonds wurden Insidern zufolge zudem Fortschritte in Richtung gemeinsamer Maßnahmen erzielt. Man habe sich geeinigt, die EU-Kommission um eine Ausarbeitung der Einzelheiten zu bitten. Allerdings blieben grundsätzliche Differenzen bestehen.

Auf das Paket hatten sich die EU-Finanzminister vor zwei Wochen geeinigt. Es enthält drei Punkte - jeweils ein "Sicherheitsnetz"

  • für Jobs,

  • für kleine und mittlere Unternehmen

  • und für angeschlagene Staaten wie Italien oder Spanien, die ohnehin verschuldet sind und nun auch noch von der Pandemie schwer getroffen werden.

Dazu gehört das Konzept "Sure" der EU-Kommission, das Kurzarbeitergeld in den EU-Staaten unterstützen soll. Dafür sollen die EU-Staaten 25 Milliarden Euro als Garantien hinterlegen. Mit dieser Rückendeckung nimmt die EU-Kommission bis zu 100 Milliarden Euro zu günstigen Konditionen am Kapitalmarkt auf und reicht sie nach Bedarf für Kurzarbeit an EU-Staaten weiter. So sollen Jobs erhalten werden.

Zweiter Punkt ist ein Garantiefonds bei der Europäischen Investitionsbank EIB, den die EU-Staaten ebenfalls mit 25 Milliarden Euro bestücken sollen. Damit könnte wiederum die EIB Unternehmenskredite absichern. Die EIB will so bis zu 200 Milliarden Euro an Liquidität mobilisieren, hauptsächlich für den Mittelstand.

Das dritte Element sind vorsorgliche Kreditlinien des Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM. Anders als ESM-Hilfen während der Eurokrise werden für diese "Pandemie-Krisen-Hilfe" keine Sparprogramme gefordert, es gibt nur eine Vorgabe: Das Geld darf nur für direkte oder indirekte Gesundheitskosten verwendet werden. Bis zu 240 Milliarden Euro an Krediten könnten fließen - an jedes Empfängerland bis zu zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts.

hej/dpa
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