Warnung des Rechnungshofs EU-Sammelziel für Elektroschrott wackelt

Mindestens 65 Prozent der alten Elektro- und Elektronikgeräte wollte die EU im Jahr 2019 zur Wiederverwertung einsammeln. Ein ehrgeiziges, selbst gestecktes Ziel – das nun offenbar vermutlich verfehlt wird.
Ausrangierte Elektrogeräte in einem Sammelcontainer: Eigene Ziele wackeln

Ausrangierte Elektrogeräte in einem Sammelcontainer: Eigene Ziele wackeln

Foto: Christian Charisius/ dpa

Beim Sammeln und Recyceln von Elektroschrott vom alten Kühlschrank bis zum Solarmodul ist die Europäische Union drauf und dran, ihre eigenen ehrgeizigen Ziele zu verfehlen. Dies beklagt der Europäische Rechnungshof in einem neuen Bericht. Auch Deutschland ist nach den bisher vorliegenden Daten nicht auf Kurs.

Die EU hatte sich für 2019 das Ziel gesetzt, mindestens 65 Prozent der alten Elektro- und Elektronikgeräte zur Wiederverwertung einzusammeln, gemessen am Gewicht der im Durchschnitt der vorhergehenden drei Jahre auf den Markt gebrachten Ware. Nach den Daten für 2017 und 2018 seien fast alle EU-Staaten noch weit von dem Ziel entfernt gewesen, heißt es in dem Bericht des Rechnungshofs. Die Daten für 2019 sollen im Juni vorliegen.

80 Prozent werden wiederverwertet

Die Prüfer fordern die strikte Durchsetzung von EU-Vorgaben, um illegale Machenschaften zu unterbinden. Darunter fällt der verbotene Export von schadstoffbelastetem Abfall wie Elektroschrott. Dazu würden Ausfuhren als »unbedenkliche Güter« umdeklariert, heißt es in dem Bericht. Ein Etikettenschwindel, der die Umwelt teuer zu stehen kommt. In einigen EU-Staaten fehlten die Mittel für ausreichende Kontrollen. »Die wirtschaftlichen Anreize für illegalen oder ungenügenden Umgang mit Abfall sind groß, während das Risiko, erwischt zu werden, generell gering ist«, schreibt der Rechnungshof.

Von den gesammelten alten Elektrogeräten werden dem Bericht zufolge immerhin rund 80 Prozent wiederverwertet. Das gilt als besonders wichtig, weil wertvolle Rohstoffe wieder genutzt werden können. So enthält eine Tonne Smartphones etwa hundert Mal mehr Gold als eine Tonne Golderz, wie der Rechnungshof vorrechnet.

rai/dpa
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