Schuldenkrise Monti fordert Gipfel gegen Populismus

Kampf den Vorurteilen: Italiens Ministerpräsident Mario Monti fordert einen EU-Gipfel, auf dem Strategien gegen europafeindlichen Populismus erarbeitet werden sollen. EU-Ratspräsident Van Rompuy begrüßt den Vorschlag.

Italiens Regierungschef Mario Monti: Wider den Populismus
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Italiens Regierungschef Mario Monti: Wider den Populismus


Hamburg/Rom - Angesichts der Spannungen im Zuge der Euro-Krise hat Italiens Ministerpräsident Mario Monti einen europäischen Gipfel zur Bekämpfung gegenseitiger Vorurteile vorgeschlagen. "Es ist paradox und traurig, dass in einer Phase, in der man auf die Vollendung der Integration gehofft hat, man im Gegenteil ein gefährliches Phänomen mit zahlreichen Populismen feststellt", sagte Monti am Rande eines Wirtschaftsforums in Cernobbio.

Um dieser "Rückkehr alter Stereotypen und alter Spannungen", insbesondere zwischen den Ländern im Norden und im Süden, entgegenzuwirken, forderte er ein Gipfeltreffen der europäischen Staats- und Regierungschefs in Rom. Darüber habe er bereits mit Italiens Staatschef Giorgio Napolitano gesprochen.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy begrüßte Montis Initiative. Er habe derartige Gespräche für die Zeit bis Ende 2014 geplant. Angesichts der gegenwärtigen Lage halte er es aber für eine "gute Idee", die Debatte deutlich vorzuziehen. "Es gibt eine Menge Populismus, dessen Ziel Auflösung statt Integration ist", sagte er.

Ein Zeitpunkt für das Treffen wurde noch nicht festgelegt.

cbu/dpa/afp

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