Pazifik-Inselstaat EU streicht Palau von schwarzer Liste der Steueroasen

Der Pazifik-Inselstaat Palau hat angekündigt, seine Steuerpraktiken zu ändern. Die EU hat den Staat deshalb von der schwarzen Liste genommen, mit der Steuersünder zum Einlenken gezwungen werden sollen.

Chelbacheb-Inseln von Palau
AFP/THE PEW CHARITABLE TRUSTS / Matt RAND

Chelbacheb-Inseln von Palau


Die EU-Staaten haben den Pazifik-Inselstaat Palau von ihrer schwarzen Liste der Steueroasen gestrichen. Palau habe ausreichende Zusagen gemacht, seine Steuerpraktiken ändern zu wollen, hieß es beim Treffen der EU-Finanzminister in Luxemburg. Es solle nun jedoch überwacht werden, ob die Versprechen auch eingehalten würden.

Die EU-Staaten hatten sich im vergangenen Jahr auf eine schwarze Liste von Ländern und Steuergebieten verständigt, gegen die es steuerrechtliche Bedenken gab. Dazu zählten etwa Panama und Barbados. Eine ganze Reihe von Ländern hatte in der Vergangenheit bereits Zusagen gemacht, die Liste schrumpfte daraufhin erheblich.

Aktuell befinden sich noch Guam, Namibia, Samoa, Trinidad und Tobago, Amerikanisch-Samoa sowie die Amerikanischen Jungferninseln auf der schwarzen Liste.

Mit der Nennung auf der schwarzen Liste sind keine Sanktionen verbunden. Die EU will die betroffenen Staaten durch Anprangern zum Einlenken bewegen.

Zusätzlich gibt es eine sogenannte Graue Liste für Länder und Gebiete, die unter Beobachtung stehen. Von dieser Liste hat die EU nun Peru und Liechtenstein gestrichen. Laut der EU-Finanzminister hätten die beiden Staaten ebenfalls die nötigen Reformen durchgesetzt, um die auf EU-Ebene festgelegten Regeln einzuhalten.

Weltweite Steuervermeidung war vor allem wegen der Enthüllungen in den sogenannten Panama Papers und den Paradise Papers über Firmengeflechte und Briefkastenfirmen in den vergangenen Jahren in den Fokus gerückt. Die EU hatte Anfang 2017 ursprünglich 90 potenzielle Steueroasen ins Visier genommen.

hej/dpa-AFX



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