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11. August 2015, 11:26 Uhr

EU-Vergleich

Jugenderwerbslosigkeit in Deutschland am niedrigsten

In Deutschland suchen weniger junge Menschen nach einer Arbeit als in jedem anderen EU-Land. In den Krisenländern ist die Arbeitssituation für Jugendliche hingegen dramatisch.

Die Zahl junger Menschen ohne Job ist in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Demnach waren im vergangenen Jahr 330.000 Jugendliche auf der Suche nach einer Anstellung. 2005 suchten noch 745.000 junge Menschen nach Arbeit.

Somit lag die Erwerbslosenquote der 15- bis 24-Jährigen 2014 mit 7,7 Prozent auf dem niedrigsten Stand in der Europäischen Union. Den höchsten Wert erreichte Spanien. Dort suchte mit 53,2 Prozent gut jeder zweite Jugendliche nach einem Job. Knapp dahinter folgte Griechenland mit 52,4 Prozent Jugenderwerbslosigkeit.

In Deutschland machten etwa 30 Prozent der erwerbslosen Jugendlichen im vergangenen eine Ausbildung oder Weiterbildung. Damit ist der Anteil der nichterwerbstätigen Jugendlichen ohne Ausbildung in den vergangenen zehn Jahren von 10,9 Prozent auf 6,4 Prozent gesunken. Im europäischen Vergleich belegt Deutschland damit den vierten Platz - hinter den Niederlanden (5,0 Prozent), Dänemark (5,8 Prozent) und Luxemburg (6,3 Prozent).

Die Daten werden nach einer EU-weit einheitlichen Methode erhoben, die auf Standards der Internationalen Arbeitsagentur beruht. Sie weichen deshalb von den nationalen Arbeitslosenzahlen ab. Zu den Erwerbslosen zählen Menschen, die keine Arbeit haben, aber in den vier Wochen vor der Befragung aktiv nach einer Tätigkeit gesucht haben und eine solche innerhalb von zwei Wochen aufnehmen könnten. Gezählt werden aber auch diejenigen, die auf der Suche nach einem Nebenjob sind, zum Beispiel Schüler.

asc/dpa/AFP

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