Euro-Krise Neuer Rettungsschirm soll Bank-Lizenz bekommen

Die EU-Kommission will die Schlagkraft des neuen Euro-Rettungsschirms erhöhen: Laut "Handelsblatt" soll der ab 2013 geltende Stabilitätsmechanismus mit einer Bank-Lizenz ausgestattet werden - und sich Geld von der europäischen Notenbank leihen dürfen.

Euro-Zeichen vor der EZB: Planspiele in der EU-Kommission
dapd

Euro-Zeichen vor der EZB: Planspiele in der EU-Kommission


Hamburg - Die Euro-Zone erwägt, dem geplanten Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) wie eine Geschäftsbank Zugang zur Liquidität der Europäischen Zentralbank zu gewähren. Entsprechende Überlegungen gebe es sowohl im Bundesfinanzministerium als auch in der EU-Kommission, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf einen hochrangigen EU-Diplomaten.

Eine sogenannte Banklizenz sei für den befristeten EFSF zwar rechtlich nicht möglich, wohl aber für den definitiven Europäischen Währungsfonds, den sogenannten Europäischen Stabilitätsmechanismus. Der ESM soll den EFSF spätestens Mitte 2013 ablösen.

Ziel sei es, die finanzielle Schlagkraft des Fonds mit einem sogenannten Hebel zu stärken, beichtet die Zeitung. Das Verfahren funktioniere so: Der ESM hinterlegt Staatsanleihen als Sicherheit bei der EZB und erhält ein Vielfaches ihres Wertes von der Notenbank als Liquidität. Auf diese Weise könne der ESM den internationalen Investoren an den Märkten auf Augenhöhe begegnen, hieß es am Rand des EU-Finanzministerrates (Ecofin) in Luxemburg.

Das ESM-Finanzvolumen von insgesamt 500 Milliarden Euro reiche dafür womöglich nicht aus. Das meint auch EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn. Der Rettungsfonds brauche "mehr Feuerkraft", hat der Finne mehrfach betont

Der ESM erfüllt anders als der EFSF eine wesentliche Voraussetzung für die Banklizenz: Er verfügt über Eigenkapital. Die Euro-Staaten haben sich verpflichtet, binnen fünf Jahren einen Kapitalstock von 80 Milliarden Euro aufzubauen, dazu trägt Deutschland 22 Milliarden Euro bei. Eine Banklizenz für den ESM ist damit technisch möglich.

ssu



insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
burninghands, 05.10.2011
1. Soso - Scheixe zu Gold...
Der ESM kann dann Staatsanleihen (Marktwert 40) kaufen, zum Buchwert (100) beim ESM hinterlegen, und kann das dann hochhebeln auf 500. Dafür werden dann Staatsanleihen zum Marktwert gekauft (40) und wiederum zum Buchwert (100) hinterlegt. Aus 40 mach 500, 2500 usw. usf. Ein perfektes Schneeballsystem.
weldingart 05.10.2011
2. na dann wird es immerhin offiziell,...
Zitat von sysopDie EU-Kommission will die Schlagkraft des neuen Euro-Rettungsschirms erhöhen: Laut "Handelsblatt" soll der ab 2013 geltende Stabilitätsmechanismus mit einer Bank-Lizenz ausgestattet werden - und sich Geld von der europäischen Notenbank leihen dürfen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,789957,00.html
...daß wir von einer Bank regiert werden.
Kalaharry 05.10.2011
3. Wenn es schief geht, werden sie alle baumeln.
Zitat von sysopDie EU-Kommission will die Schlagkraft des neuen Euro-Rettungsschirms erhöhen: Laut "Handelsblatt" soll der ab 2013 geltende Stabilitätsmechanismus mit einer Bank-Lizenz ausgestattet werden - und sich Geld von der europäischen Notenbank leihen dürfen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,789957,00.html
Die trauen sich wirklich was, die Politiker. Jetzt verschenken sie auch noch Steuergelder, indem sie eine Bad Bank gründen, deren einzige Aufgabe darin besteht, Geld zu verschleudern, das ihr nicht gehört.
pragmat 05.10.2011
4. Na, aufgewacht?
Zitat von sysopDie EU-Kommission will die Schlagkraft des neuen Euro-Rettungsschirms erhöhen: Laut "Handelsblatt" soll der ab 2013 geltende Stabilitätsmechanismus mit einer Bank-Lizenz ausgestattet werden - und sich Geld von der europäischen Notenbank leihen dürfen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,789957,00.html
Wieder mal Blödsinn. Der ESM ist in sich schon eine Kapitalgesellschaft mit Lizenz für unendliches Kapital, darin einbegriffen die Lizenz einer Bank. Man braucht nur die Statuten zu studieren. Das hat das Handelsblatt wohl gemacht. Was soll also die Meldung "..die EU-Kommission will.."? Die Kommissare zweifeln möglicherweise, ob sie als ausführendes Organ das auch wirklich dürfen. Jawohl, dürfen sie. Das haben die Finanzminister der Euro-Zone mit den Regierungen im Rücken so beschlossen. Dass nicht mal die Kommission so etwas glauben kann, zeigt, was für ein Monster Schäuble und Konsorten hier schaffen!
adesat 05.10.2011
5. 1000 mal
Zitat von burninghandsDer ESM kann dann Staatsanleihen (Marktwert 40) kaufen, zum Buchwert (100) beim ESM hinterlegen, und kann das dann hochhebeln auf 500. Dafür werden dann Staatsanleihen zum Marktwert gekauft (40) und wiederum zum Buchwert (100) hinterlegt. Aus 40 mach 500, 2500 usw. usf. Ein perfektes Schneeballsystem.
Das können Sie 1000 mal erzählen, hier oder in der Realfilmwelt, der BÜRGER (so bekommt diese Wort seinen Sinn) weigert sich mit auf die Ohren gepressten Fäusten und zugekniffenen Augen, laut "Die Griechen sind faul" schreiend sich geistig mit dem Finanzsystem auseinanderzusetzen.
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