Euro-Krise Rettungsschirm treibt deutsche Neuverschuldung

Europa soll einen dauerhaften Rettungsschirm bekommen, und der wird teuer für Deutschland. Laut "Süddeutscher Zeitung" muss Berlin bis zu 25 Milliarden beisteuern - und dafür die Neuverschuldung ausweiten.

Euro-Scheine und -Münzen: Hohe Summen für die höchste Bonität
DPA

Euro-Scheine und -Münzen: Hohe Summen für die höchste Bonität


Hamburg - Aus vier Buchstaben werden drei: Der bisherige europäische Rettungsschirm EFSF soll ab 2013 durch einen dauerhaften Krisenfonds mit dem Kürzel ESM abgelöst werden. Bis zu 500 Milliarden Euro an Krediten sind dafür eingeplant - wovon Deutschland laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ") bis zu 25 Milliarden schultern muss.

Insgesamt sei ein Grundkapital zwischen 80 und 100 Milliarden Euro im Gespräch, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Koalitionskreise. Diese Summe sei notwendig, damit der Fonds von den großen Ratingagenturen die höchste Bonitätsnote AAA erhalte. Die Bewertung ist wichtig, um Kredite zu günstigen Zinsen aufnehmen zu können.

"Sollte tatsächlich so viel Eigenkapital nötig sein, müssen wir davon ausgehen, dass Deutschland etwa 18 bis 25 Milliarden Euro wird übernehmen müssen", hieß es laut "SZ". Die Summe werde - möglicherweise über mehrere Jahre gestreckt - über eine höhere Neuverschuldung aufgebracht werden müssen.

Im Grundsatz haben sich die Eurostaaten bereits auf die Einrichtung des Fonds verständigt. Verabschiedet werden soll das Projekt auf dem EU-Gipfel Ende März. Dass die europäische Schuldenkrise längst nicht ausgestanden ist, zeigt eine Entscheidung der Ratingagentur Moody's. Sie stufte die Kreditwürdigkeit des hoch verschuldeten Euro-Landes Portugal am Dienstagabend gleich um zwei Stufen herab.

Moody's begründete den Schritt mit der ungewissen Zukunft der portugiesischen Wirtschaft angesichts des strikten Spar- und Sanierungsprogramms der Regierung. Die schlechten Konjunktur-Aussichten würden zumindest mittelfristig unverändert bleiben, "bis die Strukturreformen vor allem auf dem Arbeitsmarkt und im Justizsystem erste Früchte tragen".

dab/Reuters/dpa-AFX

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Seite 1
kundennummer 16.03.2011
1. Der TOTALE Rettungsschirm
Zitat von sysopEuropa soll einen dauerhaften Rettungsschirm bekommen,*und der wird teuer für Deutschland. Laut "Süddeutscher Zeitung" muss Berlin bis zu 25 Milliarden beisteuern - und dafür die Neuverschuldung ausweiten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,751190,00.html
Wunderbar! Einfach wunderbar. Zum Glück brummt ja die Wirtschaft wegen des "Frieden-oder-Krieg" Euro und wir wissen nicht woher wir nur Abermillionen Facharbeiter nehmen sollen wegen der Vollbeschäftigung... Wie lange es wohl noch dauert bis auch noch dem debilsten Container-Heini ein Licht aufgeht? Es wird Zeit für das Gewitter, die Luft über dem Land ist stickig geworden. Bitte dann auch wieder die berühmten "Experten" und Standartschwätzer die DANACH erklären warum das Ganze ja schon lange sowas von vorhersehbar war. Bitte besonders ausgiebige Texte mit den "Fachleuten" vom DIW, ifo und die besten "Analysten" aller Zeiten. Und Dirk Müller selbstredent.
M. Michaelis 16.03.2011
2. ...
Zitat von sysopEuropa soll einen dauerhaften Rettungsschirm bekommen,*und der wird teuer für Deutschland. Laut "Süddeutscher Zeitung" muss Berlin bis zu 25 Milliarden beisteuern - und dafür die Neuverschuldung ausweiten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,751190,00.html
Es ist ein Irrsinn. Überall führen politische Entscheidungen zu höheren Kosten, während die Gegenleistungen nur aus Hoffungen, Erwartungen und Absichten bestehen. Objektiver, überprüfbarer Nutzen hingegen fehlt und das ist sehr gefährlich.
Altesocke 16.03.2011
3. Ich denke Deutschland koennte ohne Euro, Euro aber nicht ohne Deutschland!
Zitat von sysopEuropa soll einen dauerhaften Rettungsschirm bekommen,*und der wird teuer für Deutschland. Laut "Süddeutscher Zeitung" muss Berlin bis zu 25 Milliarden beisteuern - und dafür die Neuverschuldung ausweiten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,751190,00.html
Was mir bei der ganzen Sache nicht so ganz aufgeht: Die EZB wurde ja eh schon zu ner Art Bad Bank gemacht. Dieser Fond soll doch so etwas wie ein Kreditgeber fuer die (selbst)gefaerdeten Laender werden, damit die guenstig Kredite kriegen koennen. Also so etwas wie eine (Bad)Bank, nur halt mit AAA Rating. Uns wird immer erklaert, das ist ein Euro Problem, kein deutsches. Warum dann nicht aus 1+1 auch wirklich 2 machen? Stattet diesen Fond nur mit Mitteln der EZB aus, erhoeht die Geldmenge AUS STABILITAETSGRUENDEN um die benoetigten 80-100 Milliarden. Ob das den Euro mehr belastet, als eine hoehere Neuverschuldung einzelner Laender (und eventuell Verschlechterung des Ratings fuer diese Laender), wuerde ich nicht wirklich annehmen. Es verschlechtert nur die Bankengewinne, wenn diese 80-100 Milliarden nicht von Banken bezogen werden! Und wenn der Fond dann seine 10% des benoetigten Kapitals hat, soll er es wie ne 'ordentliche' Bank machen, und sich die 90%, die er als Kredite ausgeben will/muss, via Kredit besorgen! Und wenn der Fond irgendwann an der Grenze ist, nachdem Portugal, Spanien und Italien geschoepft haben, Griechenland und Irland Nachschub brauchten, sowie vielleicht noch der eine oder andere mal schaute, was geht: Schickt den Fond in die Insolvenz! Also stellt den Fond rechtlich auf eigene Fuesse, und die EZB als alleinigen Anteilskaeufer, mit dem Risiko des Verlustes der Einlage. Aber achtet darauf, das nicht Schwesterbanken der Banken, die durch diese Mittel gestuetzt werden, die Kredite an den Fond gegeben haben. Der ganze Mist scheint mir mehr und mehr zu 'ner Geldrotation im Bankenwesen zu verkommen. Nichts anderes findet hier statt. Und sicher wuerde keine Rating Agentur dem Fond dann ein AAA geben, aber das bestaetigt doch nur, das alles nur zu Gunsten des Bankenwesens aufgebaut wird. Ich frage mich im uebrigen schon laenger, womit Rating Agenturen ihr Geld verdienen, bzw. wer diese Agenturen bezahlt. Ich vermute, die Banken, die an den Herabstufungen verdienen, oder???
knödlfriedhof 16.03.2011
4. na
Zitat von sysopEuropa soll einen dauerhaften Rettungsschirm bekommen,*und der wird teuer für Deutschland. Laut "Süddeutscher Zeitung" muss Berlin bis zu 25 Milliarden beisteuern - und dafür die Neuverschuldung ausweiten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,751190,00.html
das macht ja auch Sinn. Bei der eigenen Bevölkerung wird gespart dass das Blut spritzt um anschließend die Neuverschuldung zugunsten von Verschwenderländern ( die so sicher wie das Amen in der Kirche Pleite gehen ) in die Höhe zu treiben. Immerhin schafft es SPON ( nach beinahe einer Woche ) mal den Umstand ( dezent ) zu erwähnen, dass Merkel Deutschland am Wochenende endgültig und nachhaltig verkauft hat. Folgendes wurde mir auf eine Anfrage geantwortet. Jeder kann selbst entscheiden, ob er sich vor Lachen am Boden winden soll oder in Heulkrämpfe verfällt. Zitat Sehr geehrter Herr … vielen Dank für Ihre Zuschrift. Die Regierungen der Eurozone haben sich am Freitag, den 11. März 2011 in Brüssel auf ein Maßnahmenpaket zur Stabilisierung der Gemeinschaftswährung verständigt. Es umfasst den von Deutschland angeregten Wettbewerbsfähigkeits-Pakt, die Struktur eines dauerhaften Krisenmechanismus sowie die Reform des Euro-Rettungsschirms. Am Montag erarbeiten die Euro-Finanzminister dazu die Details. Das Maßnahmenpaket soll auf einem EU-Gipfel am 24. März 2011 beschlossen werden. Außenminister Westerwelle befürwortete den Kompromiss. "Er ist gut für Europa, aber ausdrücklich auch gut für uns Deutsche, denn wir wollten keine Transferunion." Der Beschluss stabilisiere den Euro und ermögliche den Ländern, die Hoheit über eigene Finanzen zu bewahren. Schließlich sei das Prinzip der Einstimmigkeit beibehalten worden. Deshalb könne die Einigung "auf der Habenseite für Deutschland und Europa" verbucht werden. Der europapolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Michael Link, und der Vorsitzende des Arbeitskreises Wirtschafts- und Finanzpolitik der FDP-Fraktion, Hermann Otto Solms, sehen es positiv, dass eine drohende Haftungsunion durch ein Weiterbestehen des No-Bail-Out-Verbots der EU-Verträge abgewendet wurde. Damit werde es unmöglich, Schulden auf andere Staaten der Eurozone abzuwälzen. Zudem könnten Hilfen nur als "Ultima Ratio", wenn Gefahr für den Bestand der Eurozone als Ganzes besteht, gewährt werden.
10of9, 16.03.2011
5. Lügen
Zitat von sysopEuropa soll einen dauerhaften Rettungsschirm bekommen,*und der wird teuer für Deutschland. Laut "Süddeutscher Zeitung" muss Berlin bis zu 25 Milliarden beisteuern - und dafür die Neuverschuldung ausweiten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,751190,00.html
Die Presse sollte verantwortungsvoller mit den Begriffen umgehen und nicht die Lügen der Politik, die analog zur Atomkraft, längst die Kontrolle über das entgrenzte Finanzsystem (von dem der der Euro ein Auswuchs ist) verloren hat, verbreiten. Der sogenannte "Rettungs"schirm ist in Wahrheit ein Transferschirm, da die sogenannten Kredite niemals zurückgezahlt werden können. Der Mechanismmus kann bereits beim Transferfond für Griechenland besichtigt werden: Die Rückzahlung wird immer mehr in die Zukunfft verlagert und die Zinsen immer mehr gesenkt. Der Ablauf des Betrugs ist für jeden, der es sehen will, völlig ein- und vorhersehbar. Die deutsche Regierung belügt und betrügt das deutsche Volk und bricht gleich in mehrfacher Hinsicht die Verfassung (Einführung des europäischen Bundesstaates ohne Volksabstimmung, europäischer Bundesstaat ohne ausreichende demokratische Kontrolle, Bruch der deutschen Schuldenbremse usw.). Ob diese "Regierung" mit diesem Schwindel durchkommt, wird der Test für unsere Demokratie. Schafft sie es, können wir sie (mit Recht, weil nur dysfunktionales Kasperltheater!) vergessen, denn wenn die Masse den Betrug bemerkt, der jetzt noch abstrakt und schwer greifbar ist, wird es kein Halten mehr geben.
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