Geld von EU und IWF Zypern meldet Einigung über Rettungsmilliarden

Es geht um 17,5 Milliarden Euro: Das drittkleinste Euro-Land Zypern hat nach Angaben eines Regierungssprechers jetzt die Voraussetzungen für Finanzhilfen durch die EU und den Weltwährungsfonds geschaffen. Die Geldgeber sehen aber noch Verhandlungsbedarf.
EU-Flagge und Fahne Zyperns: Einigung über Hilfen

EU-Flagge und Fahne Zyperns: Einigung über Hilfen

Foto: PATRICK BAZ/ AFP

Nikosia - Zypern hat sich nach eigenen Angaben ein Hilfspaket von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) gesichert. "Wir haben hart verhandelt, um ein erträgliches Memorandum zu erreichen", sagte Regierungssprecher Stefanos Stefanou am Freitag im zyprischen Staatsfernsehen. Die Geldgeber jedoch gaben sich zurückhaltend. Es habe zwar Fortschritte gegeben, weitere Verhandlungen in den kommenden Wochen seien aber nötig, teilte die Troika mit.

Die Gespräche machten "gute Fortschritte", hieß es. Man erwarte aber noch die Ergebnisse einer Untersuchung dazu, wie viel Geld der zyprische Bankensektor benötige.

Am Donnerstag hatte Zypernseinen Hilfsbedarf konkretisiert. Finanzminister Vassos Shiarly bezifferte den benötigten Betrag auf 17,5 Milliarden Euro- das ist deutlich mehr als ursprünglich gedacht. Schätzungen beliefen sich zunächst auf zehn Milliarden Euro.

Ein Betrag von 17,5 Milliarden Euro entspräche nahezu der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes. Dieses Geld werde über eine Vierjahresperiode bis einschließlich 2016 gebraucht, hatte Shiarly erklärt. Man müsse zur Summe für die Rekapitalisierung der Banken in Höhe von zehn Milliarden Euro weitere sechs Milliarden für die Bedienung von Altschulden und 1,5 Milliarden für das laufende Haushaltsdefizit bis 2016 rechnen.

Am Freitag hieß es aus Zypern, dort würden bereits die Parteien und Gewerkschaften von der Regierung über die Details und Bedingungen des Abkommens mit der Troika informiert. Wie griechische Medien unter Berufung auf Regierungskreise in Nikosia melden, hat sich Zypern mit der Troika unter anderem auf Gehalts- und Rentenkürzungen im öffentlichen Dienst zwischen 9,5 und 15 Prozent geeinigt. Außerdem sollen pauschal alle Gehälter um drei Prozent gesenkt werden.

Zuletzt hatte die zyprische Regierung sich mit den Geldgebern noch über die Privatisierung der Telekomgesellschaft Cyta, die Frage der Verwendung der Gewinne aus dem Erdgasgeschäft und die automatische Anpassung der Gehälter an den Lebenshaltungskosten-Index gestritten.

Zypern ist das drittkleinste Euro-Mitglied. Die Wirtschaft des Landes leidet unter einer tiefen Rezession. Außerdem wurde es von der Krise in Griechenland voll getroffen, weil beide Länder finanziell und wirtschaftlich eng verbunden sind. Die Banken Zyperns verzeichnen hohe Verluste, weil sie eng mit griechischen Geldhäusern verbunden sind und hart vom Schuldenverzicht der privaten Gläubiger Griechenlands im Frühjahr getroffen wurden. Zusätzlichen Gegenwind erhielt Zypern am Mittwoch, als die Rating-Agentur Fitch das Land gleich um zwei Noten herabstufte.

Seit Juli hat Zypern die EU-Ratspräsidentschaft inne. Wenige Tage zuvor hatte das Land um Finanzhilfen von EU und IWF gebeten, zunächst ohne dass ein konkreter Betrag genannt wurde.

mmq/Reuters/dpa
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