Sinkende Lohnkosten Euro-Krisenländer locken deutsche Firmen an

Die Reformen in den Krisenländern der Euro-Zone scheinen langsam Wirkung zu zeigen: Deutsche Unternehmen schrauben ihre Investitionen dort deutlich nach oben. Sie reizt vor allem die Aussicht auf geringere Kosten.
Strumpffabrik bei Brescia in Italien: Inzwischen wieder Kostenvorteile

Strumpffabrik bei Brescia in Italien: Inzwischen wieder Kostenvorteile

Foto: ? Paolo Bona / Reuters/ Reuters

Berlin - Nichts wie weg: Das schien lange das Motto ausländischer Unternehmen in Südeuropa zu sein. Schrumpfende Volkswirtschaften und Spekulationen über einen Euro-Austritt ließen Investitionen im Süden der EU wenig attraktiv erscheinen. Doch dieser Trend kehrt sich laut einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) nun langsam um.

"Es zeigt sich merklich, dass die deutschen Industriebetriebe die Reformmaßnahmen in den Krisenstaaten spüren", hieß es in der am Freitag veröffentlichten Analyse. Vor allem die Aussicht auf geringere Kosten sorge dafür, dass deutsche Firmen wieder stärker in Ländern wie Spanien, Portugal oder Italien investieren. Für die Studie wurden rund 2500 weltweit tätige deutsche Unternehmen befragt.

Die Entwicklung bezieht sich auf die "alte" EU vor der Osterweiterung 2004. In ihren 15 Ländern gewinnen Kostenersparnisse als Anreiz für Investitionen an Bedeutung - im Gegensatz zu allen anderen Weltregionen. Für 18 Prozent jener Betriebe, die 2013 in der EU-15 investieren wollen, waren geringe Kosten maßgeblich. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr.

"Etliche dieser Länder machen sich mit Reformen als Standort attraktiv und schmelzen die Kostennachteile gegenüber Deutschland ab", heißt es in der Studie. Vor allem die Pharmazeutische Industrie, die Textilindustrie sowie die Gummi- und Kunststoffindustrie hätten das europäische Ausland als Standort im Blick.

Neben den geringeren Kosten locke Unternehmen auch die Hoffnung auf einen möglichen Aufschwung, hieß es in der Studie, über die zuerst das "Handelsblatt" berichtet hatte. Trotz der ersten positiven Signale aus den Krisenstaaten der Euro-Zone reichen die Fortschritte aber noch nicht aus für eine "flächendeckende Beschleunigung der Investitionstätigkeit" aus.

fdi/dab/dpa
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