Eurogruppen-Chef Finanzminister verlängern Junckers Amtszeit bis 2012

Die Finanzchefs der Eurogruppe haben Jean-Claude Juncker im Amt bestätigt: Der Luxemburger führt das Gremium auch die kommenden zweieinhalb Jahre - und will seinen internationalen Einfluss kontinuierlich erhöhen.

EU-Finanzchef Juncker: Bedeutung der EU stärken
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EU-Finanzchef Juncker: Bedeutung der EU stärken


Brüssel - Jean-Claude Juncker soll die Euro-Finanzminister weitere zweieinhalb Jahre führen. Die Ressortchefs bestätigten den Premier- und Schatzminister am Montagabend einstimmig als ihren Vorsitzenden, berichten Diplomaten. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Junckers bisheriges Mandat lief eigentlich noch bis Ende 2010. Seine Neuwahl war nach Unterzeichnung des neuen EU-Reformvertrags von Lissabon nötig geworden, der die sogenannte Eurogruppe aufwertet (siehe Infobox links). Die Eurogruppe ist ein informelles Gremium, in dem die Steuer- und Wirtschaftspolitik Staaten koordiniert wird, die die gemeinsame Währung nutzen. Juncker amtiert seit 2005 als ihr Vorsitzender.

Der Christdemokrat gilt als profilierter EU-Politiker. Er will den Einfluss der Eurogruppe auf internationalem Parkett und in der EU sichtbarer machen als bisher. Derzeit ist das Gremium in Formationen wie den G20, der Versammlung der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, nicht vertreten.

Der dienstälteste Regierungschef der EU hatte den obersten Kassenhütern des Euro-Gebiets erstmals ein schriftliches Programm vorgelegt. Darin fordert er, die Eurogruppe müsse beim Entwurf der neuen EU-Wirtschaftsstrategie eine führende Rolle einnehmen. Auch bei der wirtschaftspolitischen Koordinierung im gemeinsamen Währungsgebiet soll der exklusive Club eine stärkere Rolle einnehmen. Wegen der zerrütteten Staatsfinanzen in Griechenland ist das gemeinsame Währungsgebiet einer schwierigen Bewährungsprobe ausgesetzt.

Mit der Bestätigung Junckers sind die wichtigsten EU-Posten besetzt. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich bereits im vergangenen November darauf geeinigt, dass der Belgier Herman Van Rompuy künftig die Gipfeltreffen leiten wird. Neue EU- "Außenministerin" ist die Britin Catherine Ashton.

ssu/dpa



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goethestrasse 28.10.2009
1. no Blair
Ein Brite .. die lehnen den €€ ab die sind nicht Schengen Mitglied und wollen am liebsten für sich sein. Alles Anbiedern der Kontinental-Europäer geht meiner Meinung nach zu weit. Es wäre kein gutes Signal für Europa.
querdenker13 28.10.2009
2. Wenn nur Junker!!!
Zitat von sysopIm Kampf um den Prestigejob des ersten EU-Präsidenten beharken sich Anhänger des Briten Blair und des Luxemburgers Juncker öffentlich - beide dürften damit aus dem Rennen sein. Königsmacherin könnte am Ende Angela Merkel werden. Wen würden Sie am Liebsten an der Spitze der EU sehen?
Wenn einer das Format und die Berechtigung hat Europa Weltweit zu vertreten ist es Jean-Claude Junker. Dieser englische Bush-Pudel sowie Anti-Europäer Blair soll auf der Insel bleiben und Europa nicht weiter mit seiner Anwesenheit belästigen! Außerdem soll er dafür sorgen das die Außerirdischen auf der Insel dem EU-Reformvertrag zu stimmen und anschließend aus der EU verschwinden. *Denn die Insel gehört nicht zu Europa und in die EU!!!*
Ulrich Vissering 28.10.2009
3.
Zitat von sysopIm Kampf um den Prestigejob des ersten EU-Präsidenten beharken sich Anhänger des Briten Blair und des Luxemburgers Juncker öffentlich - beide dürften damit aus dem Rennen sein. Königsmacherin könnte am Ende Angela Merkel werden. Wen würden Sie am Liebsten an der Spitze der EU sehen?
Klar, Merkel die Königsmacherin. Mit Günther Oettinger hat Merkel ja schon gezeigt, wie wichtig ihr das europäische Projekt ist und was für prächtige Ideen sie für die personelle Besetzung wichtiger Ämter hat.
Schakutinga 28.10.2009
4. Bushs Pudel...
...als EU-Präsident? Das ist definitiv die diametral entgegengesetzte Richtung von dem, was ich mir einst von Europa erwartet hatte. Einer der Totengräber der Sozialdemokratie, ein Speichellecker des Neoliberalismus und ein winselnder Schosshund der amerikanischen Neocons soll Präsident der EU werden. Wenn das die große UTOPIE EU ist: ICH WILL RAUS!
Schakutinga 28.10.2009
5. Juncker?
Zitat von querdenker13Wenn einer das Format und die Berechtigung hat Europa Weltweit zu vertreten ist es Jean-Claude Junker. Dieser englische Bush-Pudel sowie Anti-Europäer Blair soll auf der Insel bleiben und Europa nicht weiter mit seiner Anwesenheit belästigen! Außerdem soll er dafür sorgen das die Außerirdischen auf der Insel dem EU-Reformvertrag zu stimmen und anschließend aus der EU verschwinden. *Denn die Insel gehört nicht zu Europa und in die EU!!!*
Wieso hat Juncker das Format? Welches Format? Natürlich wären viele Luxemburger froh, wenn Juncker den Posten kriegen würde, dann wäre man den Kerl endlich los, der nicht ohne Grund von der führenden Satirezeitschrift Luxemburgs (www.feirekrop.lu) seit Jahren als 'rabenschwarzer Großdiktator Bokassa II' (alternativ auch als Herz-Jesu-Jesuit) bezeichnet wird. Aber bitte: erklären Sie mal, wieso Juncker das Format hätte...
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