Euro-Krise IWF drängt Deutschland zu mehr Investitionen

Da geht noch was: Der Internationale Währungsfonds fordert die Bundesregierung zu mehr Investitionen in die Infrastruktur auf. Deutschland sei mit seinen Maßnahmen zwar schon auf dem richtigen Weg, tue aber noch nicht genug für die Stabilität in der Euro-Zone.

Internationaler Währungsfonds: Nimmt Deutschland in die Pflicht
DPA

Internationaler Währungsfonds: Nimmt Deutschland in die Pflicht


Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) nimmt Deutschland in die Pflicht: Die Organisation hat die Bundesregierung zu deutlich mehr Investitionen in die Infrastruktur gedrängt. Dies würde zusammen mit mehr Wettbewerb im Dienstleistungssektor sowie klaren Vorgaben bei der Energiewende das Wirtschaftswachstum weiter ankurbeln und den Rest der Euro-Zone unterstützen, heißt es in der am Montag vorgelegten abschließenden Erklärung des IWF zu den sogenannten Artikel-IV-Konsultationen mit Deutschland.

Mehr öffentliche Investitionen vor allem in den Verkehrssektor sind aus Sicht des IWF machbar. Die von der Koalition geplanten Mehrausgaben seien zwar zu begrüßen. Sie seien angesichts des geschätzten Bedarfs aber zu gering. Der IWF spricht sich für jährlich rund 14 Milliarden Euro aus: "Weitere Investitionen bis zu jährlich 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung über vier Jahre könnten finanziert werden, ohne gegen Haushaltsregeln zu verstoßen." So ein Programm würde zu einem anhaltenden Wachstum führen und die Konjunktur im Rest der Euro-Zone stimulieren. Union und SPD wollen im gesamten Zeitraum bis Ende 2017 bisher fünf Milliarden Euro zusätzlich aus dem Bundeshaushalt investieren.

Der IWF fordert von der Politik zugleich weitere Maßnahmen, um die unter der anhaltenden Niedrigzinsphase leidenden Lebensversicherer zu stabilisieren. Bisherige Vorgaben für höhere Reserven könnten sich als unzureichend erweisen. Ein Weg wäre eine faire Regelung zur Ausschüttung der stillen Bewertungsreserven - im Interesse der Mehrheit der Versicherten. Dies wird allerdings bereits diskutiert.

"Die deutsche Wirtschaftserholung dürfte weiter an Dynamik gewinnen und dabei den Rest der Euro-Zone übertreffen", heißt es weiter. Die Haushaltskonsolidierung sei im Großen und Ganzen erreicht, was das Vertrauen stütze. Insgesamt bescheinigte der IWF Deutschland, ein Stabilitätsanker zu bleiben.

jbe/dpa



insgesamt 42 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
leidenfeuer 19.05.2014
1. Mal ne Frage:
Was haben Investitionen in die Infrastruktur Deutschlands mit der Stabilität der Eurozone zu tun? Das sind doch ganz verschiedene Stiefel.
altmannn 19.05.2014
2. Schon
Zitat von leidenfeuerWas haben Investitionen in die Infrastruktur Deutschlands mit der Stabilität der Eurozone zu tun? Das sind doch ganz verschiedene Stiefel.
mal was von EU-weiten Ausschreibungen gehört? Da kommen auch jede Menge ausländische Unternehmen zum Zuge. Vielleicht sogar chinesische Subunternehmer.
makrosoft 19.05.2014
3. @ leidenfeuer
Das hat schon miteinander zu tun. Investitionen sorgen für mehr Wachstum in Deutschland. Und davon wiederum profitieren die anderen Länder.
leidenfeuer 19.05.2014
4. Französischer Einfluss beim IWF
Zitat von makrosoftDas hat schon miteinander zu tun. Investitionen sorgen für mehr Wachstum in Deutschland. Und davon wiederum profitieren die anderen Länder.
Die Chefin vom IWF will deutsches Wachstum doch eher auf französisches Niveau herunterbringen. Dass der IWF auf ein größeres Wachstum für Deutschland abzielt, glaube ich bestimmt nicht.
HighFrequency 19.05.2014
5.
Zitat von sysopDPADa geht noch was: Der Internationale Währungsfonds fordert die Bundesregierung zu mehr Investitionen in die Infrastruktur auf. Deutschland sei mit seinen Maßnahmen zwar schon auf dem richtigen Weg, tue aber noch nicht genug für die Stabilität in der Eurozone. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eurokrise-iwf-draengt-deutschland-zu-mehr-investitionen-a-970357.html
Wahrscheinlich ist hier die Infrastruktur in anderen Ländern gemeint...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.