Geldpolitik EZB lässt Leitzins auf Rekordtief

Die Zeit der niedrigen Zinsen ist noch nicht vorbei: Die Europäische Zentralbank lässt den zentralen Zinssatz, zu dem sich Banken im Euroraum Geld leihen, bei null Prozent.
EZB-Chef Mario Draghi

EZB-Chef Mario Draghi

Foto: Michael Probst/ AP

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer ersten Ratssitzung im neuen Jahr den Leitzins nicht angetastet. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld bleibe bei 0,0 Prozent, teilten die Euro-Wächter am Donnerstag in Frankfurt mit. Seit März 2016 liegt der zentrale Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen, bereits auf diesem Rekordtief.

Auch den Strafzins für Banken, wenn diese über Nacht überschüssige Liquidität bei der EZB parken, veränderte die Notenbank nicht. Der sogenannte Einlagensatz liegt somit weiter bei minus 0,4 Prozent.

Die EZB bekräftigte zudem, dass die Käufe von Staats- und Unternehmensanleihen noch bis mindestens Ende September 2018 fortgesetzt werden sollen - und dann ein Volumen von 2,55 Billionen Euro haben dürften. Im Notfall könne man das Kaufprogramm sogar noch ausweiten.

Mit der vor allem in Deutschland umstrittenen ultralockeren Geldpolitik versucht die Notenbank seit Jahren, Konjunktur und Inflation anzuschieben. Mittelfristig strebt die EZB eine jährliche Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an.

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ssu/dpa/Reuters
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