Kauf von Staatsanleihen EZB flutet Märkte mit 60 Milliarden Euro pro Monat

Notbremse gegen die drohende Deflation: Die Europäische Zentralbank will monatlich 60 Milliarden Euro in Staatsanleihen stecken. Das Programm soll zunächst bis Ende September 2016 laufen.
Kauf von Staatsanleihen: EZB flutet Märkte mit 60 Milliarden Euro pro Monat

Kauf von Staatsanleihen: EZB flutet Märkte mit 60 Milliarden Euro pro Monat

Foto: Boris Roessler/ dpa

Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird monatlich für 60 Milliarden Euro Staatsanleihen und andere Wertpapiere aus den Euroländern aufkaufen. Im März soll mit dem Kauf der Papiere mit Top-Bonitätsnoten begonnen werden. Das Programm soll bis Ende September 2016 laufen. Die Wertpapierkäufe würden gemäß den Anteilen der Staaten an der EZB erfolgen. Das sagte EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt.

Für eine solche Anti-Krisen-Maßnahme - im Fachjargon quantitative Lockerung oder "QE" genannt - druckt die Notenbank frisches Zentralbankgeld und kauft damit Wertpapiere. Seit Monaten hatten Draghi und weitere führende Notenbanker die Märkte auf einen solchen Schritt vorbereitet.

Mit dem Öffnen der Geldschleusen will die EZB nach dem Vorbild der US-Notenbank Fed über die Kreditvergabe der Banken die Konjunktur ankurbeln. Denn angesichts der fallenden Inflationsraten fürchten viele Analysten ein Abgleiten der Wirtschaft im Währungsraum in eine Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen.

An den Finanzmärkten hoffen viele auf einen Schub für die Aktienkurse. Denn mit ihrer Politik des billigen Geldes haben die Notenbanken seit der Finanzkrise vor sieben Jahren eine Rallye ausgelöst. Das viele Geld solle ja schließlich angelegt werden, heißt es in den Handelsabteilungen der Banken. Und sollten die Unternehmen dank der Geldschwemme mehr erwirtschaften, dürften auch die Gewinne und mit ihnen die Aktienkurse steigen.

Und so geschah es auch direkt nach der Ankündigung Draghis. Der Dax schoss auf einen Rekordstand. Der Euro gab nach der Ankündigung deutlich nach (Verfolgen Sie im Liveticker die aktuellen Entwicklungen).

Unterdessen beließ die EZB den Leitzins im Euroraum wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Auch der Strafzins für Banken, die überschüssiges Geld bei der Notenbank parken, bleibt unverändert bei minus 0,2 Prozent.

mik/mmq/Reuters/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.