Eurozone Arbeitslosigkeit fällt auf tiefsten Stand seit 2012

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in den 19 Eurostaaten hat sich im September etwas verbessert. Die Arbeitslosenquote sank auf 10,8 Prozent. Allerdings klafft zwischen Spitzenreiter Deutschland und Schlusslicht Griechenland eine große Lücke.

Arbeitslose in Spanien: Lage auf dem Jobmarkt hat sich im September verbessert
AFP

Arbeitslose in Spanien: Lage auf dem Jobmarkt hat sich im September verbessert


Der Arbeitsmarkt in der Eurozone erholt sich langsam. Rund 17,3 Millionen Frauen und Männer waren im September auf Jobsuche, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Dies sind 131.000 weniger als im August und knapp 1,2 Millionen weniger als vor einem Jahr. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote sank von 10,9 Prozent im August auf 10,8 Prozent im September. Dies ist der tiefste Stand seit Januar 2012.

Volkswirte hatten eine Quote von 11,0 Prozent erwartet. Spitzenreiter mit der niedrigsten Arbeitslosenquote im Währungsraum nach vergleichbarer EU-Rechnung war erneut Deutschland mit 4,5 Prozent. Das Schlusslicht bildete Griechenland mit 25,0 Prozent (im Juli). In Spanien lag die Arbeitslosenquote bei 21,6 Prozent. In den beiden südeuropäischen Staaten hat sich die Lage in den vergangenen Monaten aber etwas verbessert.

Inflationsrate steigt auf 0,0 Prozent

Wie Eurostat weiter mitteilte, sind die Lebenshaltungskosten in der Eurozone im Oktober unter dem Strich unverändert geblieben - die Inflationsrate betrug 0,0 Prozent. Vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB), die mittelfristig knapp zwei Prozent anstrebt, liegt die Rate aber nach wie vor weit entfernt.

Für Preisdruck sorgt unverändert der starke Rückgang der Ölpreise. Energie war im Oktober 8,7 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor, nach einem Rückgang von 8,9 Prozent im September. Lebens- und Genussmittel waren dagegen 1,5 Prozent teurer. Dienstleistungen verteuerten sich um 1,3 Prozent, Industriegüter um 0,4 Prozent. Die Kerninflationsrate (ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel) stieg von 0,9 auf 1,0 Prozent. Sie gibt den grundlegenden Preistrend besser an als die Gesamtinflation.

Wegen der anhaltend schwachen Teuerung steuert die EZB auf eine zusätzliche Lockerung ihrer Geldpolitik zu. Anfang Dezember soll geprüft werden, ob und inwieweit gehandelt wird. Viele Analysten rechnen mit einer Reaktion der Notenbank. Als Möglichkeiten nennen sie eine Ausweitung der erst im März gestarteten Wertpapierkäufe, Käufe über das bisherige Enddatum September 2016 hinaus oder Ankäufe zusätzlicher Wertpapiere wie Unternehmensanleihen. Auch eine weitere Absenkung des Zinses für Bankeinlagen bei der EZB, der bereits negativ ist, scheint möglich zu sein.

nck/dpa/Reuters

insgesamt 76 Beiträge
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Pars pro toto 30.10.2015
1. Leider werden diese geschönten Zahlen
bald keinen großen Aussagewert mehr haben. Nächstes Jahr um diese Zeit, wenn die Flüchtlingskrise ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat und wir dann von 4 - 5 Millionen Arbeitslosen sprechen, werden uns allen die Augen geöffnet und wir werden dann sehen, dass wir in Wahrheit jetzt schon 10 Millionen Arbeitslose in BRD haben. Dieses von der damaligen Arbeitsministerin UVL schön geredete Konstrukt fällt uns dann mit aller Macht auf die Füße und kommt uns doppelt Teuer zu stehen.
oneil57 30.10.2015
2. Da ist sie wieder,
die schön gerechnete Statistik, die keinerlei Aussage hat. Was ist mit denen die hier herausfallen wie z.B.ALG II Empfänget?
florian29 30.10.2015
3. Na klar...
und Deutschlands Arbeitslosenquote ist trotz 1,5 Millionen nicht arbeitender flüchtlinge im Begriff gegen null zu sinken. wer an diesen betrug der statistiken glaubt, ddm ist nicht mehr zu helfen...
wiesei 30.10.2015
4. 30 Millionen Arbeitslose
Das sind alles geschönte Zahlen. Es wird geschätzt, dass es in wirklichkeit 25-40 Millionen Arbeitslose gibt, und es wird immer mehr.
hansgustor 30.10.2015
5. Journalistischer Tiefstand
Mit keinem Wort werden die veränderten Statistiken erwähnt. Nochmal für alle Journalisten: Nein, wir haben keinen 24-Jahre-Tiefstand bei der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Die Statistiken wurden in den letzten Jahrzehnten mehrmals verändert und zwar so dass anschließend weniger Menschen als arbeitslos galten.
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