Eurozone Krise vernichtete 3,8 Millionen Jobs

Deutschland ist Klassenprimus - schon wieder. Während fast alle Länder des Euroraums seit Jahren unter dramatisch steigenden Arbeitslosenzahlen leiden, geht die Arbeitslosigkeit hierzulande zurück.

Wartende vor spanischem Arbeitsamt: Viele verloren während Eurokrise den Job
AP

Wartende vor spanischem Arbeitsamt: Viele verloren während Eurokrise den Job


Frankfurt am Main - Die Krise im Euroraum hat in den Jahren 2007 bis 2014 einer Studie zufolge rund 3,8 Millionen Jobs gekostet. Besonders hart traf die Eurokrise die Griechen. Das hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY - früher Ernst & Young - in einer Studie errechnet, die SPIEGEL ONLINE vorliegt. In Griechenland fielen demnach 23 Prozent der Arbeitsplätze weg, insgesamt gut eine Million Jobs. In Spanien ging die Zahl der Beschäftigten um 16 Prozent zurück.

Das schlägt sich auch in der Arbeitslosenquote nieder: Diese hat sich in Spanien der Studie zufolge seit 2007 verdreifacht und lag 2014 bei 24,6 Prozent. Einen ebenso starken Anstieg gab es in Griechenland, wo die Arbeitslosenquote zuletzt bei 26,7 Prozent lag. In Zypern vervierfachte sich die Arbeitslosenquote sogar und stieg auf 16,2 Prozent.

Nur in Deutschland und Malta sanken die Arbeitslosenzahlen. Das geht aus der Studie hervorgeht, über die auch die "Welt" berichtete. So wurden hierzulande seit 2007 fast 2,3 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen, die Arbeitslosenquote fiel um 3,6 Punkte auf 5,1 Prozent. "Dass es im Krisenjahr 2009 gelang, die Beschäftigung in Deutschland einigermaßen stabil zu halten, erwies sich in den Folgejahren - und bis heute - als Glücksfall für Deutschland", sagte der Vorsitzende der EY-Geschäftsführung im deutschsprachigen Raum, Georg Graf Waldersee.

Nach Auffassung der Wirtschaftsprüfer wird sich die Lage in den Krisenländern in den kommenden Jahren stabilisieren. Ihren Berechnungen zufolge wird die Arbeitslosenquote in Griechenland bis 2020 auf 16,4 Prozent, in Spanien auf 17,7 Prozent zurückgehen. Das sei aber immer noch ein deutlich höheres Niveau als vor der Krise.

jbe/dpa

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unixv 06.01.2015
1. kein Wunder!
Leih/Zeitarbeit, Werksverträge und MiniJobs! Da wundern sich unsere Politiker das wir keinen Nachwuchs mehr bekommen! Familie gründen als prekär Beschäftigter .. nicht möglich ohne zum Amt zu rennen, wer will das schon? Fazit : Nie wieder Etabliert wählen!
kdshp 06.01.2015
2.
Und wir haben sogar einen großen mangel bei fachkräften!
Großer Bruder 1984 06.01.2015
3. Falsch
Die Arbeitslosenzahlen gehen nicht zurück, vielmehr fallen immer mehr Menschen unter den Faktor künstliche herausgerechnet aus der Statistik. Bitte nicht nur Agenturmeldungen übernehmen, sondern selbst nachrechnen.
Werner Holt 06.01.2015
4. In Clintons Amiland in den Neunzigern gab es einen Witz
Sagt der eine Ami zum anderen Ami ; Der Clinton der hats drauf der hat Millionen neue Jobs geschaffen. Sagt der andere Ami: Ja ich weiß, ich allein habe viere davon abbekommen.
Großer Bruder 1984 06.01.2015
5. Die realen Zahlen
Tatsächliche Arbeitslosigkeit im Oktober 2014: 3.550.462 Offizielle Arbeitslosigkeit im Oktober 2014: 2.732.769 Nicht gezählte Arbeitslose gesamt: 817.693 Nicht gezählte Arbeitslose aufgeschlüsselt Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I und/oder ALG II: 176.735 Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten): 107.309 Förderung von Arbeitsverhältnissen: 9.591 Fremdförderung: 91.909 Beschäftigungsphase Bürgerarbeit: 11.174 Berufliche Weiterbildung: 167.594 Aktivierung und berufliche Eingliederung (z.B. Vermittlung durch Dritte): 168.249 Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose): 4.041 Kranke Arbeitslose (§126 SGB III): 81.091 Quellen: Bundesagentur für Arbeit: Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland. Monatsbericht Oktober 2014, Seite 68. Die dort aufgeführte Altersteilzeit sowie Gründungszuschüsse und sonstige geförderte Selbstständigkeit haben wir in der Tabelle nicht berücksichtigt. Die dort ebenfalls aufgeführten älteren Arbeitslosen, die aufgrund verschiedener rechtlicher Regelungen (§§ 428 SGB III, 65 Abs. 4 SGB II, 53a Abs. 2 SGB II u.a.) nicht als arbeitslos zählen, befinden sich in der Gruppe Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I oder ALG II. zudem wie ist wohl die Qualität der Arbeitsplätze, wenn die Anzahl der geleisteten Stunden gleich geblieben ist, bei gestiegener Anzahl an Arbeitsplätzen?
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