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30. Januar 2018, 12:25 Uhr

Konjunktur 2017

Eurozone wächst so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone ist im vergangenen Jahr auf ein Zehn-Jahres-Hoch gestiegen. Insbesondere Frankreich hat zugelegt, beflügelt durch die Wahl von Emmanuel Macron zum Präsidenten.

Die Wirtschaft in der Eurozone ist im vergangenen Jahr so stark gewachsen wie zuletzt 2007, also vor der Finanzkrise. Sowohl in der EU als auch in der Eurozone stieg die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. In beiden Fällen war das ein Zehn-Jahres-Hoch.

Zum Vergleich: In Deutschland stieg das Bruttoinlandsprodukt um 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist der höchste Wert seit sechs Jahren.

Gegen Ende des Jahres hat sich das Wachstum in Europa allerdings leicht verlangsamt. Im letzten Quartal 2017 legte die Wirtschaft in der EU und in der Währungsunion im Vergleich zum Vorquartal jeweils um 0,6 Prozent zu, wie Eurostat weiter mitteilte. Gegenüber dem Vorjahresquartal waren es 2,7 Prozent für die 19 Länder der Eurozone und 2,6 Prozent für die gesamte EU aus 28 Staaten.

Das Comeback der Eurozone hat auch mit der neuen Wirtschaftsstärke Frankreichs zu tun. Dort stieg das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent, wie das Statistikamt Insee mitteilte. Damit war das Wachstum fast doppelt so hoch wie im Jahr 2016. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sprach von einer "Rückkehr der Zuversicht".

Italien und Spanien im Aufwind

"Im Jahr 2017 hat Frankreich in Sachen Wachstum am besten abgeschnitten seit 2011", erklärte Le Maire. Dieser Trend "dürfte sich 2018 fortsetzen", prognostizierte der Minister. Le Maire führte die positive Entwicklung auf eine "Rückkehr der Zuversicht der Haushalte und der Unternehmer" seit der Wahl von Präsident Emmanuel Macron im Mai des vergangenen Jahres zurück.

In Spanien sorgte die Katalonienkrise bei Investoren und Konsumenten für Unsicherheiten. Dennoch stieg das Bruttoinlandsprodukt um 3,1 Prozent. Ende 2017 verlor die spanische Wirtschaft allerdings etwas an Fahrt.

Auch Italien befindet sich nach Jahren der Flaute im Aufwind. Die Regierung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni rechnet für das vergangene Jahr mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,5 Prozent. Abschließende Daten dazu liegen noch nicht vor. Es wäre das beste Ergebnis seit 2010.

asc/dpa/AFP/Reuters

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