Skandalbäckerei Ex-Eigentümer lässt Rückkauf von Müller-Brot platzen

Die Rettung von Müller-Brot ist vorerst gescheitert: Der frühere Eigentümer Klaus Ostendorf will die insolvente Großbäckerei nun doch nicht zurückkaufen. Die Schuld dafür gibt er dem Insolvenzverwalter Hubert Ampferl.

Müller-Brot-Mitarbeiter in München: Wut auf den ehemaligen Eigentümer
dapd

Müller-Brot-Mitarbeiter in München: Wut auf den ehemaligen Eigentümer


Hamburg - Der Rückkauf der insolventen Großbäckerei Müller-Brot durch den früheren Eigentümer Klaus Ostendorf ist gescheitert. Ein Sprecher Ostendorfs begründete dies am Dienstag mit der Verhandlungsführung von Insolvenzverwalter Hubert Ampferl und mit dem öffentlichen Druck.

Ostendorf selbst sagte: "Wir haben ein gutes Angebot vorgelegt, das Müller-Brot eine klare Zukunftsperspektive gibt sowie bis zu 400 Arbeitsplätze sichert." Leider sei dies auf dem letzten Meter gescheitert. Die Gespräche über den endgültigen Kaufvertrag seien geplatzt.

"Wir sind total geschockt", sagte Insolvenzverwalter Ampferl der "Süddeutschen Zeitung". Woran genau die Verhandlungen scheiterten, teilte er ebensowenig mit wie Ostendorf.

Das vom Gläubigerausschuss abgesegnete Konzept hätte nach Angaben Ostendorfs eine solide Basis gebildet, um Müller-Brot einen wirtschaftlich sinnvollen Neustart zu ermöglichen. "Wir haben über zehn Jahre kontinuierlich in Müller-Brot investiert, insgesamt einen zweistelligen Millionenbetrag", sagte Ostendorf. Trotz des Rückschlags sei die Investorengruppe zu weiteren Gesprächen bereit.

Nach dem Scheitern der Kaufverhandlungen gewinnt das Gegengebot der Bäckerei Höflinger zusammen mit der Tochter des Müller-Brot-Gründers wieder an Gewicht. Evi Müller hatte angekündigt, die meisten der 1100 Mitarbeiter zu übernehmen und Garant für Sauberkeit und realistisches Wirtschaften zu sein. Müller-Brot in Neufahrn bei Freising kämpft seit langem mit massiven Hygieneproblemen. Der Betrieb ruht seit mehr als zwei Monaten.

ssu/dpa/dapd

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Seite 1
Flari 03.04.2012
1.
Zitat von sysopdapdDie Rettung von Müller-Brot ist vorerst gescheitert: Der frühere Eigentümer Klaus Ostendorf will die insolvente Großbäckerei nun doch nicht zurückkaufen. Die Schuld dafür gibt er dem Insolvenzverwalter Hubert Ampferl. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,825555,00.html
Soso.. Das macht ggf. 1mio pro Jahr.. Nach eigenen Angaben betrug der Umsatz zuletzt 115 Millionen Euro pro Jahr.. Da wurden also tatsächlich knapp 1% in den Betrieb investiert.. Oder sollte man die 425mio € von 2003 nehmen und 0,25% ansetzen? Interessanter wäre aber an sich, wieviel man dem Betrieb in der gleichen Zeit entzogen hat..
Kometenhafte_Knalltüte 03.04.2012
2. Standard
Zitat von FlariSoso.. Das macht ggf. 1mio pro Jahr.. Nach eigenen Angaben betrug der Umsatz zuletzt 115 Millionen Euro pro Jahr.. Da wurden also tatsächlich knapp 1% in den Betrieb investiert.. Oder sollte man die 425mio € von 2003 nehmen und 0,25% ansetzen? Interessanter wäre aber an sich, wieviel man dem Betrieb in der gleichen Zeit entzogen hat..
Was macht ein findiger Unternehmer? Er kauft einen Laden, nachdem dieser sich verhoben hat mit einer Übernahme, zu günstigen Konditionen. Installiert "sein Management", feuert den gewinnschmälernden "Balast" (z.B. Hygienekontrollabteilung), "streamlined" den "Output" auf 120% Gewinn und wirtschaftet den Laden runter. Die "Investitionen" dienen lediglich der Steueroptimierung und der Beweislast für das Finanzamt, (einen Teil) der erhaltenen Subventionen reinvestiert zu haben. Ist der Laden endlich restlos ausgesaugt und die Insolvenz unvermeidlich, zieht man "sein Management" wieder ab. Auf den Schulden bleiben die Gläubiger dank beschränkter Haftung der juristischen Person GmbH sitzen. Und schlußendlich kauft man die Insolvenzmasse zu supergünstigen Konstitionen auf, um das Spiel von vorn wieder neu zu betreiben. Dummerweise ist das Medieninteresse derart groß, daß da das Finanzamt und sonstige Kontrollinstanzen zu sehr aufpassen. Ergo wird das "unternehmerische" Risiko zu groß und man zieht sein Angebot zurück, könnte ja diesmal schiefgehen mit der "Investorenmasche". Achja, schuld am Scheitern des Angebots sind natürlich die Anderen. --- Grüße vom Investor (nicht spezialisiert auf Bäckerbetriebe!) *dreckig lach*
Roßtäuscher 03.04.2012
3. In München heißt es, Müller-Brot muss man nicht unbedingt haben
Zitat von sysopdapdDie Rettung von Müller-Brot ist vorerst gescheitert: Der frühere Eigentümer Klaus Ostendorf will die insolvente Großbäckerei nun doch nicht zurückkaufen. Die Schuld dafür gibt er dem Insolvenzverwalter Hubert Ampferl. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,825555,00.html
*Schließlich gibt es die Hofpfisterei.* Und noch verschiedene kleinere Bäckereien, die auch guten Brotgeschmack garantieren. Wenn die Erben vom Gründer Müller die Bäckerei übernehmen würden, dann sollten sie tunlichst nicht nur im Preissegment von Hofpfisterei & Co. turnen, sondern ebenfalls für exclusiven Geschmack sorgen. Alles andere ist Abzocke. Nicht zu vergessen, Aldi backt frisches Brot in seinen Filialen, ist preisgünstig und kann qualitativ mit der teuren Sparte locker mithalten.
king.woita 03.04.2012
4.
Zitat von FlariSoso.. Das macht ggf. 1mio pro Jahr.. Nach eigenen Angaben betrug der Umsatz zuletzt 115 Millionen Euro pro Jahr.. Da wurden also tatsächlich knapp 1% in den Betrieb investiert.. Oder sollte man die 425mio € von 2003 nehmen und 0,25% ansetzen? Interessanter wäre aber an sich, wieviel man dem Betrieb in der gleichen Zeit entzogen hat..
der umsatz ist diesbezüglich völlig irrelevant. thesauriert wird aus dem gewinn.... mir tun hauptsächlich die pächter leid. um müller brot selber ist es nicht schade. außer den brezn und der super-sonne hat mir eh nix getaugt.
Flari 03.04.2012
5.
Zitat von king.woitader umsatz ist diesbezüglich völlig irrelevant. thesauriert wird aus dem gewinn.... mir tun hauptsächlich die pächter leid. um müller brot selber ist es nicht schade. außer den brezn und der super-sonne hat mir eh nix getaugt.
Deswegen habe ich ja auch angeführt, dass es interessant wäre, wieviel dem Unternehmen entzogen wurde.. Und es sollte verdeutlichen, dass so eine Aussage mit den Investitionen im zweistelligen Millionenbereich in 10 Jahren ohne weitere Angaben völlig sinnfrei ist.
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