Ex-Möbelgigant Schieder-Gründer muss wegen Kreditbetrugs ins Gefängnis

Absturz einer Unternehmerlegende: Rolf Demuth schuf mit Schieder den größten Möbelhersteller Europas, dann ging sein Imperium pleite und wurde zerschlagen - jetzt muss der Gründer wegen Kreditbetrugs für dreieinhalb Jahre hinter Gitter.

Schieder-Möbel-Gründer Demuth: "Hier sitzt kein Schurke"
dpa

Schieder-Möbel-Gründer Demuth: "Hier sitzt kein Schurke"


Detmold - Es ist ein unrühmliches Ende für den ehemaligen Firmenkönig: Das Landgericht Detmold hat Rolf Demuth, den Gründer des früheren Möbelgiganten Schieder, wegen Kreditbetrugs zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Auch der mitangeklagte Finanzchef bekam eine Gefängnisstrafe, er muss drei Jahre und drei Monate hinter Gitter. Zwei weitere Angeklagte kamen mit Bewährungsstrafen davon.

Im Jahr 2007 hatte die Schieder-Holding - die damals noch rund 11.000 Mitarbeiter beschäftigte - Insolvenz angemeldet und wurde anschließend zerschlagen. Die Angeklagten sollen zuvor Bilanzen gefälscht und sich so von Banken und Investoren immer wieder Kapital beschafft haben. Mit den geschönten Zahlen seien Kredite von 283 Millionen Euro erschlichen worden, sagte Richter Michael Reineke.

Der Richter betonte aber: "Hier sitzt keine Bande." Demuth sei kein Schurke, niemand habe sich persönlich bereichert. Allen sei es darum gegangen, das Unternehmen zu retten. Zusammenfassend sprach der Richter von harten, aber gerechten Strafen. Er kritisierte auch den "Risiko-Appetit" der Banken, die damals unter haarsträubenden Bedingungen und voller Gier Kredite vergeben hätten.

Die Staatsanwaltschaft plädierte auf Härte

Der Finanzchef hatte nach Überzeugung des Gerichts Konzernabschlüsse für 2005 und 2006 manipuliert und Lagerbestände überbewertet. So verschleierte das Unternehmen seine finanzielle Notlage und beschaffte sich frisches Geld. Der Umsatz der Schieder-Holding mit seinen zuletzt etwa 110 Tochtergesellschaften betrug zwischenzeitlich mehr als eine Milliarde Euro.

Die Anklagevertreter zeigten sich nicht voll zufrieden mit dem Strafmaß: "Ich hatte höhere Strafen beantragt", sagte Oberstaatsanwalt Rolf Günther nach dem Urteil, wollte sich aber nicht dazu äußern, ob er Revision beantragen wird. Für Demuth wollte er vier Jahre und neun Monate Haft, für den Finanzchef viereinhalb Jahre. Die Verteidiger Demuths und des Finanzchefs wollen die Urteile erst noch prüfen, bevor sie über weitere Schritte entscheiden.

Der einstige Leiter des Controllings bekam ein Jahr und neun Monate auf Bewährung. Er hatte als Kronzeuge der Anklage zahlreiche Informationen geliefert. Ein Ex-Geschäftsführer erhielt die gleiche Strafe und muss 25.000 Euro an wohltätige Organisationen zahlen. Er hatte die falschen Bilanzen wider besseren Wissens unterschrieben und nichts zur Aufklärung beigetragen.

fdi/dpa-AFX



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altersack88 14.04.2011
1. Vor deutschen Gerichten
Riesenschaden ist entstanden, allerdings kleiner als beim legalen Diebstahl durch die Bankenkrise und Eurokrise. Man wollte und hat Arbeitsplätze erhalten, Sozialversicherungen gezahlt usw. Man geht nun für knapp 4 Jahre ins Gefängnis. Gerecht? In DEutschland vor Gericht ist man optimaler Weise Folgendes: - junger Mensch mit Migrationshintergrund islamischen Glaubens - Anklage wegen Raubes, Totschlags, Körperverletzung usw. - ohne Schulabschluß - bereits mehrfach wegen ähnlicher Delikte, vor allem Körperverletzung aufgefallen, inkl. zwei oder drei Bewährungsstrafen Dann kommt es zur "letztmaligen" Bewährungsstrafe, Luxusbetreung durch Psychologen, Erlebnisreisen zur "Therapie" nach Skandinavien oder Feuerland. Also: wenn schon straffällig, dann junger Prekariatsausländer.
Morrissey74 14.04.2011
2. ...
Zitat von altersack88Riesenschaden ist entstanden, allerdings kleiner als beim legalen Diebstahl durch die Bankenkrise und Eurokrise. Man wollte und hat Arbeitsplätze erhalten, Sozialversicherungen gezahlt usw. Man geht nun für knapp 4 Jahre ins Gefängnis. Gerecht? In DEutschland vor Gericht ist man optimaler Weise Folgendes: - junger Mensch mit Migrationshintergrund islamischen Glaubens - Anklage wegen Raubes, Totschlags, Körperverletzung usw. - ohne Schulabschluß - bereits mehrfach wegen ähnlicher Delikte, vor allem Körperverletzung aufgefallen, inkl. zwei oder drei Bewährungsstrafen Dann kommt es zur "letztmaligen" Bewährungsstrafe, Luxusbetreung durch Psychologen, Erlebnisreisen zur "Therapie" nach Skandinavien oder Feuerland. Also: wenn schon straffällig, dann junger Prekariatsausländer.
Ihr Mitleid ist völlig fehl am Platz, glauben Sie mir. Bei Schieder hat's schon vor 20 Jahren gestunken. Und nach dem ganze Trouble mit der Steuerverhahndung Mitte der 90er hat man auch nichts dazugelernt.
Apollo1273 14.04.2011
3. Kreditbetrug...
bzw. jegliche Form von Betrug muss natürlich bestraft werden. Nur dann sollte gleiches Recht für alle gelten. Unsere "systemrelavanten" Banken haben Millionen von Menschen um Millarden Euro betrogen. Aber statt bestraft zu werden wird ihnen nachdem die Blase geplatzt ist tatkräftig unter die Arme gegriffen. Natürlich mit den Steuergeldern der Menschen die bereits betrogen wurden. Es lebe die Demokratur!
biobanane 14.04.2011
4. .
Zitat von altersack88Riesenschaden ist entstanden, allerdings kleiner als beim legalen Diebstahl durch die Bankenkrise und Eurokrise. Man wollte und hat Arbeitsplätze erhalten, Sozialversicherungen gezahlt usw. Man geht nun für knapp 4 Jahre ins Gefängnis. Gerecht? In DEutschland vor Gericht ist man optimaler Weise Folgendes: - junger Mensch mit Migrationshintergrund islamischen Glaubens - Anklage wegen Raubes, Totschlags, Körperverletzung usw. - ohne Schulabschluß - bereits mehrfach wegen ähnlicher Delikte, vor allem Körperverletzung aufgefallen, inkl. zwei oder drei Bewährungsstrafen Dann kommt es zur "letztmaligen" Bewährungsstrafe, Luxusbetreung durch Psychologen, Erlebnisreisen zur "Therapie" nach Skandinavien oder Feuerland. Also: wenn schon straffällig, dann junger Prekariatsausländer.
Was soll das rassische Geschreibe. Da geht es um Jugendliche, die nunmal anders bewertet werden, übrigen unabhägig von ihrem Gleuben.
shine31 14.04.2011
5. Re: Man geht nun für knapp 4 Jahre ins Gefängnis. Gerecht?
Zitat von altersack88Riesenschaden ist entstanden, allerdings kleiner als beim legalen Diebstahl durch die Bankenkrise und Eurokrise. Man wollte und hat Arbeitsplätze erhalten, Sozialversicherungen gezahlt usw. Man geht nun für knapp 4 Jahre ins Gefängnis. Gerecht? In DEutschland vor Gericht ist man optimaler Weise Folgendes: - junger Mensch mit Migrationshintergrund islamischen Glaubens - Anklage wegen Raubes, Totschlags, Körperverletzung usw. - ohne Schulabschluß - bereits mehrfach wegen ähnlicher Delikte, vor allem Körperverletzung aufgefallen, inkl. zwei oder drei Bewährungsstrafen Dann kommt es zur "letztmaligen" Bewährungsstrafe, Luxusbetreung durch Psychologen, Erlebnisreisen zur "Therapie" nach Skandinavien oder Feuerland. Also: wenn schon straffällig, dann junger Prekariatsausländer.
Oh ja, ist das nun die "Entschduldigung" für Kreditbetrug und Insolvenzverschleppung? Wäre das auch so, wenns um kleine Mittelständler oder Handwerker gehen würde? Ist das Gerecht? Zwischen Jugendstrafrecht und dem normalen Strafrecht gibt es absichtlich Unterschiede. Diesen haben Sie nicht verstanden. Im übrigen ist vor Gericht die Religion oder eine ethnische Zugeörigkeit egal. Daß das Ihnen anders vorkommt, hat mit Ihren Vorurteilen zu tun...
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