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06. November 2014, 13:47 Uhr

Kampf gegen die Krise

EZB belässt Leitzins auf Rekordtief

Die Politik des billigen Geldes geht weiter. Die Europäische Zentralbank belässt den Leitzins auf dem historischen Tief von 0,05 Prozent. Private Institute können sich damit fast umsonst Geld bei der EZB leihen.

Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) hält im Kampf gegen eine zu niedrige Inflation im Euroraum am historisch tiefen Leitzins fest. Der zentrale Zinssatz für die Währungsunion bleibe bei 0,05 Prozent, teilte die EZB mit. Zu diesem Satz können sich Geschäftsbanken bei der europäischen Notenbank Geld leihen.

Experten rechnen damit, dass die Notenbanker vorerst keine neuen Instrumente im Kampf gegen eine drohende Deflation auspacken, sondern ihr über den Sommer beschlossenes Paket von unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen wirken lassen. Dazu gehören eine zweite Geldspritze für die Banken im Dezember und der Kauf von Kreditverbriefungen, mit dem EZB-Präsident Mario Draghi noch vor dem Jahreswechsel beginnen will.

Allerdings steigt der Druck auf Draghi von Tag zu Tag, mehr zu tun, damit die Währungsunion nicht in eine Abwärtsspirale fallender Preise, nachgebender Investitionen und sinkendem Konsum gerät. Im EZB-Tower wird deshalb bereits darüber nachgedacht, ob die Notenbanker demnächst auch Unternehmensanleihen aufkaufen könnten, um so mit noch mehr Geld die Wirtschaft anzukurbeln. Sollten alle bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen, um das Wirtschaftswachstum anzuschieben, wäre dann wohl der Kauf von Staatsanleihen die letzte Option, die Draghi ziehen könnte. Allerdings sind die politischen Hürden hierfür sehr hoch - vor allem in Deutschland.

ssu/dpa/Reuters

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